Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Lymphopoese

Lymphopoese
Englischer Begriff
lymphopoiesis
Definition
Ausdifferenzierung und Reifung der Lymphozyten aus der hämatologischen Stammzelle zu den Effektor- und Gedächtniszellen der T- und B-Lymphozyten.
Beschreibung
Die pluripotente hämatopoetische Stammzelle des Knochenmarks ist die Vorläuferzelle der Lymphopoese. Nach spezifischer Induktion entsteht daraus die pluripotente lymphatische Vorläuferzelle, die sowohl zur B-Zelle als auch zur T-Zelle und NK-Zelle ausdifferenzieren kann. In Abhängigkeit der weiteren Migration dieser Vorläuferzelle erfolgt die Ausprägung. Im Thymus sich weiterentwickelnde Zellen werden zu T-Lymphozyten (s. T-Lymphozyt), während die Differenzierung zur B-Zelle im Knochenmark stattfindet. Beiden gemein ist die Ausreifung in 2 Schritten. Der erste Schritt beinhaltet das Rearrangement der antigenerkennenden Rezeptoren. Dieser Teilschritt ist antigenunabhängig. Diese reifen immunkompetenten Zellen werden vom Thymus bzw. dem Knochenmark in die Peripherie abgegeben und differenzieren sich nach Stimulation durch das für den jeweiligen Rezeptor spezifische Antigen in den sekundären lymphatischen Organen zu den Effektorzellen der Immunabwehr oder Memoryzellen aus.
Literatur
Mondelli MU, Parks DE, Chisari FV (1991) Cellular kinetics of lymphocytes and plasma cells. In: Williams WJ, Beutler E, Ersler AJ et al (Hrsg) Hematology, 4. Aufl. International Edition. McGraw-Hill, New York, S 945–949