Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
A. M Gressner und O. A Gressner

Matrix

Matrix
Synonym(e)
Mutterboden, biologischer; Probenumgebung
Englischer Begriff
matrix
Definition
Sie ist die Summe aller Komponenten und Strukturen einer Probe, in die der zu bestimmende Analyt eingebettet ist.
Beschreibung
Der zu bestimmende Bestandteil der Analyse ist eingebettet in die Summe der Haupt- und Nebenbestandteile und Strukturen einer Probe, die in ihrer Gesamtheit als Matrix bezeichnet wird. Die Analyse kann durch die Matrix erheblich beeinflusst werden (sogenannte Matrixeffekte). Daher können Analysenmethoden, die für Analyte in proteinreichen Matrices (Plasma, Serum, Exsudat) entwickelt und optimiert wurden, nicht unkritisch auf solche in proteinarmen Matrices (Urin, Liquor cerebrospinalis, Transsudat) übertragen werden. Proben der laborinternen und externen Qualitätskontrolle sollten daher eine Matrix aufweisen, die in ihrer Zusammensetzung den Patientenproben so ähnlich wie möglich sind. In nachfolgender Tabelle ist die Matrixklassifikation in Standardlösungen und Kontrollproben zusammengefasst:
Synthetische Matrix
Reine Substanz(en) in reinen Lösungsmitteln
Reine Substanz(en) in reiner Albuminlösung
Halbsynthetische Matrix
Isolierte Enzyme in reiner Albuminlösung
Reine Substanz(en), aufgestockt auf Serumpräparationen
Kombinationen von Serumfraktionen
Reine Substanz(en), aufgestockt auf natürliches Serum
Biologische Matrix
Aufstockung von Serumfraktionen auf natürliches Serum
Natürliche Serumpools
Literatur
Stamm D, Büttner J (1995) Beurteilung Klinisch-Chemischer Analysenergebnisse. In: Greiling H, Gressner AM (Hrsg) Lehrbuch der Klinischen Chemie und Pathobiochemie, 3. Aufl. Schattauer Verlag, Stuttgart