Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
D. Meißner und T. Arndt

Metallothionein

Metallothionein
Synonym(e)
MT
Englischer Begriff
metallothionein
Definition
Metallothionein ist ein die Bindung und Freisetzung von Spurenmetallen regulierendes Protein.
Beschreibung
Metallothionein (MT) ist ein niedermolekulares Protein mit der Molmasse von 6–7 kDa. Es besteht aus 61 aliphatischen Aminosäuren, zu einem Drittel aus Cystein. Es ist in der Lage, 7 Metallionen, vorwiegend Zn, Cd und Cu, zu binden. Mehrere Isoformen des MT sind bekannt. Das MT ist intrazellulär in den meisten Geweben lokalisiert. Seine wesentlichsten biochemischen Funktionen sind die Speicherung von Zn, das auf diese Weise für intrazelluläre Prozesse bereitgehalten wird, sowie die Bindung und Eliminierung von toxischen Schwermetallen (Cd, Hg, Bi, Ag, Au). Auch Cu ist in der Leberzelle zum Teil an MT gebunden. Die MT-Synthese erfolgt in der Leber und wird durch die genannten Metalle und andere endogene Stoffe wie Glukokortikoide, Glukagon oder Adrenalin induziert.
Literatur
Günther T (1995) Allgemeine Pathochemie und klinisch-chemische Diagnostik des Zink-Stoffwechsels. In: Greiling H, Gressner AM (Hrsg) Lehrbuch der Klinischen Chemie und Pathobiochemie. Schattauer Verlag, Stuttgart/New York, S 530–532