Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
A. M. Gressner und O. A. Gressner

Transsudat

Transsudat
Englischer Begriff
transudate
Definition
Extravasales Auftreten eines protein-und zellarmen Ultrafiltrats des Bluts in präformierten Körperhöhlen überwiegend auf der Basis eines nicht -entzündlichen Prozesses
Beschreibung
Hämozirkulationsstörungen (Stauungen) können zur Extravasation und Ansammlung (Transsudation) einer relativ proteinarmen (Gesamtprotein <30 g/L), serösen, transparenten, gelblichen, zellfreien oder -armen Flüssigkeit (Transsudat) in präformierten Körperhohlräumen führen (z. B. portaler Aszites, Perikard-, Pleuraerguss). Das Transsudat stellt ein Ultrafiltrat des Plasmas dar, das im nicht entzündlichen Gewebe entsteht, wenn im Blutgefäß der onkotische (kolloidosmotische) Druck (Kolloidosmotischer Druck) geringer als der hydrostatische Druck ist und somit ein Mißverhältnis der Starling-Kräfte vorliegt, die den transkapillären Flüssigkeitsaustausch regulieren. Im Gegensatz zum entzündlich bedingten Exsudat beträgt die Aktivität der Laktatdehydrogenase (LDH) im Transsudat weniger als 200 U/L und die Albumin-Konzentrationsdifferenz zwischen Serum und Aszites ist <11 g/L. Da die Proteinkonzentrationen von Transsudat und Exsudat jedoch fließende Übergänge zeigen, ist die Unterscheidung beider Körperflüssigkeiten nur noch von eingeschränkter diagnostischer Bedeutung.
Literatur
Greiling H, Gressner AM (Hrsg) Lehrbuch der Klinischen Chemie und Pathobiochemie, 3. neubearb. Aufl., 1995, Schattauer Verlag, Stuttgart, New York