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13.09.2017 | Fertilität und Kinderwunsch | Leitthema | Ausgabe 10/2017

Der Gynäkologe 10/2017

Fertilität in der Altersgruppe 40+

Fakten, Trends und Leitbilder für den deutschsprachigen Raum

Zeitschrift:
Der Gynäkologe > Ausgabe 10/2017
Autoren:
Dr. J. Dorbritz, Dr. S. Diabaté

Zusammenfassung

Fragestellung

Im deutschsprachigen Raum ist seit längerem ein Trend zu immer späterer Elternschaft zu beobachten. Ziel des Beitrags ist es, dieses Phänomen für Deutschland, Österreich und die Schweiz zu quantifizieren und für Deutschland erstmalig zu zeigen, wie Altersgrenzen für Elternschaft durch gesellschaftliche Leitbilder sozial normiert sind.

Daten und Methoden

Der Beitrag analysiert auf Basis von UN-Daten, des Mikrozensus und anhand des Familienleitbildsurveys die Erstgeburten ab 40 Jahren und die sozial normierten Altersgrenzen später Elternschaft.

Ergebnisse

Geburten in der Altersgruppe 40+ sind seit Mitte der 1980er-Jahre deutlich angestiegen. Die Trends zwischen 1950 und 2015 zeigen eine U‑förmige Verteilung. Betrachtet man die soziale Akzeptanz später Elternschaft, so zeigt sich eine signifikant höhere Zustimmung gegenüber später Vaterschaft als Mutterschaft.

Diskussion

In der Demografie wird das Thema im Kontext des Aufschiebens und Nachholens von Geburten diskutiert. Niedrige Geburtenraten sind unter dem Eindruck der gesellschaftlichen Folgen der Bevölkerungsalterung ein zentrales Thema. Damit steht zur Diskussion, ob späte Geburten einer familienpolitischen Förderung unterliegen sollten oder ob die Anstrengungen auf ein früheres Vereinbaren von Erwerbstätigkeit und Elternschaft gerichtet sein sollten. An dieser Stelle ist relevant, ob späte Elternschaft gewünscht ist oder aus ungünstigen Bedingungen resultiert. Ist sie als Teil einer veränderten Lebensplanung erwünscht, entstehen Anforderungen an die Reproduktionsmedizin und die Familienpolitik. Abzuwägen ist aus medizinischer Sicht, wie künftig auf die steigende Nachfrage nach reproduktionsmedizinischer Unterstützung reagiert werden kann.

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