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25.03.2019 | Körperkonturierung | Nachrichten

Bauchdeckenstraffung & Fettabsaugung

Body Contouring: Hüft-Asymmetrien beachten!

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Patienten, die sich einer Bauchdeckenstraffung oder einer abdominalen Fettabsaugung unterziehen, sollten vorher auf Hüft-Asymmetrien untersucht werden. Wie eine neue Studie zeigt, weisen die meisten Patienten eine schiefe Hüfte auf – und diese kann das Ergebnis und die Patientenzufriedenheit maßgeblich beeinflussen.

Bei Body Contouring-Maßnahmen werden oft Beckenkamm und Darmbeinstachel als knöcherne Orientierungspunkte verwendet, z.B. nach einer Bauchdeckenstraffung, wenn es um die richtige Positionierung des Nabels geht. Das könnte jedoch problematisch sein, da viele Menschen Hüft- und Beinasymmetrien aufweisen. Jede kleine Ungleichmäßigkeit kann das Ergebnis verschlechtern und damit die Zufriedenheit der Patienten negativ beeinflussen. Daher ist es besonders wichtig, dass Ärzte ihre Patienten vor dem Eingriff genau untersuchen, die Op. gut planen und mögliche Schiefstellungen zuvor mit ihren Patienten besprechen.

Dass die meisten Frauen, die sich einem Body Contouring unterziehen, tatsächlich asymmetrische Hüften haben, stellten jetzt die Autoren um Munique Maia in ihrer Studie fest [1]. Sie suchten dafür 100 Frauen aus, die sich für Abdominoplastiken und andere Körperkonturierungen bei einem Chirurgen vorgestellt hatten. Die Frauen wurden vor dem Eingriff fotografiert und die Bilder durch drei unabhängige Schönheitschirurgen hinsichtlich einer Hüftasymmetrie bewertet.

Oft ist die Hüfte schief

Bei den meisten Patientinnen waren die Hüften unterschiedlich hoch. Häufig erachteten die Chirurgen dabei die linke Hüfte höher als die rechte. In 71 Prozent der Fälle stimmten die Bewertungen der Chirurgen überein. Die Autoren führten zusätzlich eine Analyse mittels Photoshop durch. Auch hier fanden sie eine Hüftasymmetrie bei 82 Prozent der Patientinnen.

Laut der Autoren können Asymmetrien, die durch ein unterschiedliches Fettvolumen entstanden sind, durch aggressivere Liposuktionstechniken auf der Seite mit dem höheren Volumen korrigiert werden. Bei knöchernen Ungleichheiten sei dies natürlich nicht möglich. In der vorliegenden Studie konnten die Autoren – dadurch, dass die Analyse mit Hilfe von Fotos erfolgte – jedoch nicht zwischen Hüftasymmetrien, die durch ein unterschiedliches Fettvolumen und solchen, die durch verschieden hohe Knochen entstanden waren, differenzieren.

Wenn Chirurgen beim Body Contouring den Einschnitt an der Position des vorderen oberen Darmbeinstachels festmachen, kann es bei Patienten mit schiefer Hüfte zu einer ungleichmäßigen Narbe kommen. Es gilt daher, auch beim Einschnitt die unterschiedlichen Höhen zu berücksichtigen. In ihrer Studie diskutieren die Autoren eine neue Technik, die die Platzierung von Narben verbessern und eine höhere Symmetrie erzeugen soll [siehe 1].

Fazit

Ärzte sollten vor jeder Body Contouring-Maßnahme ihre Patienten auf mögliche Asymmetrien untersuchen. Die meisten Patienten sind sich dieser nicht bewusst und bemerken oft erst nach dem Eingriff, dass die Narben unterschiedlich hoch sind oder der Bauchnabel ungleichmäßig ist. Eine schiefe Hüfte kann demnach das Ergebnis eines Body Contourings und die Patientenzufriedenheit maßgeblich beeinflussen. Eine umfangreiche Aufklärung über z.B. die schiefe Hüfte zum einen und die Limitationen jeder Technik zum anderen ist daher besonders wichtig. Auch bei Patienten, die sich Fett am Rücken absaugen lassen wollen, sollten Ärzte Asymmetrien beachten.

Das Wichtigste in Kürze

Frage: Wie häufig sind Hüft-Asymmetrien bei Body Contouring-Patientinnen zu finden?

Antwort:  Bei den meisten Patientinnen waren die Hüften in der Studie unterschiedlich hoch. Häufig erachteten die Chirurgen dabei die linke Hüfte höher als die rechte.

Bedeutung:  Ärzte sollten vor jeder Body Contouring-Maßnahme ihre Patienten auf mögliche Asymmetrien untersuchen. Die meisten Patienten sind sich der Asymmetrien nicht bewusst; eine umfangreiche Aufklärung ist daher besonders wichtig.

Einschränkungen: In der Studie konnte nicht zwischen Hüftasymmetrien, die durch ein unterschiedliches Fettvolumen und solchen, die durch unterschiedlich hohe Knochen entstanden waren, unterschieden werden.

Literatur

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