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23.11.2016 | Leitthema | Ausgabe 1/2017

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 1/2017

Palliative Versorgung von Menschen mit türkischem oder arabischem Migrationshintergrund in Niedersachsen

Eine Befragung spezialisierter Palliativversorger

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 1/2017
Autoren:
Dipl.-Psych. Maximiliane Jansky, Sonja Owusu-Boakye, Friedemann Nauck

Zusammenfassung

Hintergrund und Ziele

Menschen mit Migrationshintergrund (MH) stellen einen bedeutenden Anteil an der bundesdeutschen Bevölkerung. Ob und wie sie spezialisierte Palliativversorgung (SPV) in Anspruch nehmen, ist für Deutschland nicht untersucht. Ziel der Studie war es, die aktuelle SPV von Menschen mit türkischem oder arabischem MH (als größte Gruppe von Menschen mit MH mit zugeschriebener gemeinsamer Kultur) in Niedersachsen aus Sicht der Palliativversorger zu untersuchen.

Methoden

Alle Mitarbeiter in niedersächsischen Institutionen der SPV (n = 90) wurden eingeladen, online einen anonymen Fragebogen auszufüllen, der geschlossene und offene Fragen zur Versorgung dieser Patientengruppe, der Versorgung des letzten Patienten mit türkischem oder arabischem MH sowie Ressourcen und Strategien in der Versorgung enthielt. Die Antworten wurden deskriptiv statistisch und inhaltsanalytisch ausgewertet.

Ergebnisse

55 SPV-Versorger nahmen an der Befragung teil (überwiegend Pflegende, Alter zwischen 40 und 60 Jahren). Ein Fünftel hatte im letzten Jahr keinen Patienten mit türkischem oder arabischem MH versorgt. 84,6 % gaben an, weniger Patienten zu versorgen, als angesichts der Bevölkerungsstruktur angemessen wäre. In der Versorgung waren vor allem Kommunikationsschwierigkeiten, aber auch Schwierigkeiten im Umgang mit der Familie und in der Organisation und Planung der Versorgung prävalent. Nur 21 % der Teilnehmer hatten Zugang zu Übersetzern.

Diskussion

Patienten mit türkischem oder arabischem MH scheinen in der SPV unterrepräsentiert zu sein. Die Häufigkeit von Kommunikationsschwierigkeiten zeigt die Notwendigkeit verlässlicher, leicht erreichbarer Dolmetscherstrukturen. Die überwiegende Nennung psychosozialer Problembereiche zeigt, wie wichtig der ganzheitliche Ansatz der SPV gerade für schwer kranke Patienten mit türkischem oder arabischem MH ist.

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