Zum Inhalt
Arthroskopie

Riss des vorderen Kreuzbandes

Biomechanische Auswirkungen auf das Kniegelenk

  • 01.02.2015
  • Leitthema
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Das vordere Kreuzband (VKB) hat einen großen Einfluss auf die Gelenkkinematik. Insbesondere der komplexe Aufbau des VKB ermöglicht die funktionelle Stabilisierung des Kniegelenks.

Biomechanik des intakten VKB

Die Hauptaufgabe des VKB ist sowohl die Stabilisierung gegen eine anteriore tibiale Translations(ATT)-Kraft als auch die Bewahrung der Rotationsstabilität. Diese beiden Stabilisationsaufgaben können mithilfe des Lachman- und des Pivot-Shift-Tests valide untersucht werden. Während die Stabilisierung des Kniegelenks gegen eine ATT in Flexionsstellung den anteromedialen Faseranteilen des VKB zugeordnet werden kann, sind die posterolateralen Faseranteile in extensionsnaher Stellung für die Rotationsstabilisierung verantwortlich.

Kinematik nach VKB-Insuffizienz

Nach einer Ruptur des VKB besteht v. a. eine Kombination aus vorderer Instabilität mit vermehrter ATT und einer Rotationsinstabilität. Das Ausmaß der Instabilität ist bei Teilrupturen vom Ausmaß der betroffenen Faseranteile abhängig. Eine bestehende VKB-Insuffizienz hat weitreichende Auswirkungen auf das Gelenk. Neben einer vermehrten Belastung des Seitenbandapparates und der Meniskushinterhörner führt eine vermehrte Translations- und Rotationsinstabilität zu einer Verlagerung der Hauptbelastungspunkte im Kniegelenk und somit zu einer Überlastung bestimmter Knorpelareale.

Kinematik von VKB-Rekonstruktionen

Die Wiederherstellung der Kinematik des Kniegelenks mithilfe einer VKB-Rekonstruktion ist von der möglichst anatomiegetreuen Rekonstruktion des VKB und seiner Insertion abhängig. Vermehrte Berücksichtigung der anteromedialen und posterolateralen Anteile des VKB führen zu einer verbesserten Stabilität des Kniegelenks.
Titel
Riss des vorderen Kreuzbandes
Biomechanische Auswirkungen auf das Kniegelenk
Verfasst von
PD Dr. M. Herbort
Prof. Dr. C. Fink
Publikationsdatum
01.02.2015
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Arthroskopie / Ausgabe 1/2015
Print ISSN: 0933-7946
Elektronische ISSN: 1434-3924
DOI
https://doi.org/10.1007/s00142-014-0833-9
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu im Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie

Studie bestätigt lange Haltbarkeit moderner Hüft-TEP

Umfangreiche Studien zur Lebensdauer moderner totaler Endoprothesen des Hüftgelenks haben bis dato gefehlt. Ein internationales Studienteam hat nun Daten geliefert, die ein günstiges Bild zeichnen.

Hallux valgus: Vor OP aufklären und Befunde dokumentieren!

Zum Hallux valgus liegen neue Leitlinienempfehlungen vor. Dr. Jörn Dohle, Wuppertal, gab beim Ortho Trauma Update praktische Tipps zum Umgang mit dem therapeutischen Algorithmus und stellte eine neue minimalinvasive Technik vor.  

Ergonomie im OP eklatant vernachlässigt!

Das Thema Ergonomie am Arbeitsplatz wird in chirurgischen Abteilungen viel zu oft stiefmütterlich behandelt. Die Konsequenzen macht die ERGO-Studie deutlich: Fehlhaltungen und Schmerzen hängen demnach eng zusammen.

So gut hilft Botox gegen Nacken- und Gelenkschmerzen

Botulinumtoxin hat einen festen Stellenwert in der Schmerztherapie. Im Fachbereich Orthopädie wird das Nervengift unter anderem zur Schmerzlinderung bei Myogelosen und zunehmend bei Arthrosen eingesetzt. Die empirische Beweislage für diese Off-Label-Anwendungen ordnete die Schmerztherapeutin Julia Wölfle-Roos beim Ortho Trauma Update ein.

Update Orthopädie und Unfallchirurgie

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Gelenkersatz an der Hüfte/© vzmaze/Getty Images/iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Hallux valgus/© masanyanka / stock.adobe.com, Abdominelle laparoskopische Operation/© Игорь Гончаров / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Aufziehen einer Spritze/© Eisenhans / Fotolia