Volumensubstitution mit NaCl 0,9 %
Segen oder Fluch?
- 01.07.2015
- Schwerpunkt
- Verfasst von
- PD Dr. P. Kümpers
- Erschienen in
- Die Innere Medizin | Ausgabe 7/2015
Zusammenfassung
Der unphysiologisch hohe Chloridgehalt von 0,9 %iger NaCl-Lösung induziert eine hyperchlorämische Azidose und vermindert akut die Nierendurchblutung gesunder Probanden – negative Effekte die unter balancierten Kristalloiden mit niedrigem Chloridgehalt nicht auftreten. Mehrere kürzlich publizierte Studien zeigen sehr eindrücklich, dass NaCl 0,9 % im Vergleich zu balancierten Kristalloiden das Outcome chirurgischer und intensivpflichtiger Patienten signifikant verschlechtert. Im Vordergrund stehen hierbei die höhere postoperative Krankenhaussterblichkeit wie auch das häufigere Auftreten einer akuten Nierenschädigung mit Dialysepflichtigkeit. Obwohl NaCl 0,9 % als Goldstandard in vielen Leitlinien implementiert ist, existiert nach aktuellem Kenntnisstand keine Indikation zur Verwendung von NaCl 0,9 % anstelle moderner, balancierter Infusionslösungen. Dies gilt auch und insbesondere für Patienten mit Hyperkaliämie und akuter bzw. chronischer Nierenschädigung. Interne Fortbildungsveranstaltungen sind ein effektives Instrument, um pflegerische und ärztliche Mitarbeiter nachhaltig für diese Thematik zu sensibilisieren und alternative Strategien aufzuzeigen.
Anzeige
- Titel
-
Volumensubstitution mit NaCl 0,9 %
Segen oder Fluch? - Verfasst von
-
PD Dr. P. Kümpers
- Publikationsdatum
- 01.07.2015
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Erschienen in
-
Die Innere Medizin / Ausgabe 7/2015
Print ISSN: 2731-7080
Elektronische ISSN: 2731-7099 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00108-015-3676-1
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.