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26.03.2021 | Onlineartikel

Oral versus parenteral

Was ist die geeignete Therapie?

Spritze oder Tablette? Wie hoch dosieren und wie lange behandeln? In der Therapie des Vitamin-B12-Mangels wurden in den letzten Jahren durch die Möglichkeit der hochdosierten oralen Therapie deutliche Fortschritte erzielt. Davon profitieren auch Patienten mit Resorptionsstörungen.

Eine Unterversorgung mit Vitamin B12 tritt nicht nur bei Veganern und Vegetariern auf, sondern auch als Folge von Resorptionsstörungen, etwa bedingt durch gastrointestinale Erkrankungen, Mangel an Intrinsic Factor oder die Einnahme von Medikamenten wie Metformin oder Protonenpumpenhemmern. Die Prävalenz des Vitamin-B12-Defizits nimmt mit fortschreitendem Alter zu, was unter anderem daran liegt, dass ältere Menschen häufiger Resorptionsstörungen aufweisen [1,2]. Bleibt der Mangel unbehandelt, können sich gravierende hämatologische, neurologische und neuropsychiatrische Folgen entwickeln. Deshalb ist eine frühzeitige Behandlung so wichtig.

Oral oder parenteral?

Für die Behandlung eines Vitamin-B12-Defizits stehen Präparate in verschiedenen Darreichungsformen zur Verfügung. Eine initiale parenteral Therapie ist bei einem schweren Mangel mit neurologischen Symptomen indiziert. Ansonsten hat sich – entgegen früherer Annahme – eine orale Supplementierung von Vitamin B12 auch bei Risikogruppen mit gestörter Resorption als wirksam erwiesen, wenn ausreichend hoch dosiert wird.

Aktuelle Studien: oral ist wirksam und patientenfreundlich

So ergab eine Studienanalyse, dass ein Mangel bei über 65-Jährigen durch orale Verabreichung von 1.000 µg Vitamin B12 erfolgreich ausgeglichen werden kann. Vorteile der oralen Therapie sind den Autoren des Reviews zufolge, dass Beschwerden und Unannehmlichkeiten, die bei Injektionen auftreten können, vermieden werden können [3].

In einer aktuellen Studie wurden 283 Patienten mit Vitamin-B12-Mangel (Alter: ≥ 65 Jahre) nach dem Zufallsprinzip entweder mit oral oder mit intramuskulär verabreichtem Vitamin B12 behandelt. Nach 8 Wochen hatten über 90% der Patienten aus beiden Behandlungsarmen normale Vitamin-B12-Spiegel im Serum erreicht. Allerdings bevorzugten über 83% der Patienten die orale Therapie [4]. Schon in früheren Studien zeigte sich, dass die Mehrheit der Patienten die orale Therapie präferiert [5,6]. Zudem ermöglicht die hochdosierte orale Therapie auch bei Patienten mit Kontraindikationen gegen eine parenterale Therapie (z. B. Antikoagulation) einen effektiven Ausgleich eines Vitamin-B12-Defizits [2,5].

Selbst nach Gastrektomie ist oral effektiv

Auch Patienten mit Vitamin-B12-Mangel aufgrund von gastrointestinalen Erkrankungen können von der hochdosierten oralen Therapie profitieren, wie eine weitere Studienanalyse belegt [7]. Selbst nach totaler Gastrektomie – also bei vollständigem Fehlen von Intrinsic Factor – erwies sich die orale Supplementierung von Vitamin B12 in einer Dosierung von 1.000 µg täglich bei den Studienteilnehmern als effektiv [8].

Welche Dosis und Dauer der Therapie?

Generell richtet sich die Dauer, Darreichungsform und Dosierung der Therapie nach der Schwere und Ursache des Mangels. Oftmals ist eine Vitamin-B12-Substitution lebenslang erforderlich, etwa bei Mangel an Intrinsic Factor [2].

Voraussetzung für eine ausreichende Wirkung der oralen Gabe ist, dass eine Dosierung von mehr als 600 µg zum Einsatz kommt [9]. Neben der aktiven Resorption kann das Vitamin auch passiv durch Diffusion über die Darmmukosa aufgenommen werden. Dabei gelangt ein Teil unabhängig vom Intrinsic Factor ins Blut und umgeht so mögliche Resorptionsstörungen. Bei Gabe von 1.000 µg Vitamin B12 wird auf diese Weise eine ausreichende Menge aufgenommen, um einen Mangel effektiv auszugleichen (Abb. 1).

Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel?

Wichtig ist zudem, bei einem Mangel ein Vitamin-B12-Arzneimittel anzuwenden, da nur diese für die Therapie zugelassen und im Hinblick auf Wirksamkeit, Qualität und Unbedenklichkeit geprüft sind. Nahrungsergänzungsmittel zählen hingegen zu den Lebensmitteln, die lediglich zum Erhalt der normalen Körperfunktionen beitragen und nicht so strengen Qualitätskontrollen unterliegen. Diese können beispielsweise für Veganer und Vegetarier (ohne Mangel) sinnvoll sein, um die Nahrung zu ergänzen.

Welches Cobalamin?

Welche Form des Cobalamins oral zugeführt wird, ist hingegen für die Wirksamkeit nicht relevant: Alle Varianten durchlaufen intrazellulär die gleichen Prozesse und werden in Methyl- oder Adenosyl-Cobalamin umgewandelt. Die Gabe von Methyl-Cobalamin hat daher keine Vorteile gegenüber dem pharmakologisch stabileren und am besten untersuchten Cyano-Cobalamin [10].

Das einzige hochdosierte orale Vitamin-B12-Arzneimittel mit 1.000 µg Vitamin B12 pro Tablette ist B12 Ankermann®

(zur Fachinformation).

  • Wirksam und sicher seit 1989
  • Nur 1x morgens
  • Von Patienten präferiert [5,6]
  • Effektiv auch bei Resorptionsstörungen [3,7]

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Literatur

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