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02.11.2020 | Onlineartikel

Atopische Dermatitis

Die Barrierefunktion der Haut mit geeigneten Emollenzien unterstützen

Genetische Faktoren in Kombination mit Umwelteinflüssen reduzieren bei Menschen mit einer atopischen Dermatitis (Synonym: Neurodermitis) die Funktionsfähigkeit der Hautbarriere. Eine effektive Basispflege mit Emollenzien stärkt die Hautbarriere und kann so die Schubfrequenz sowie den Verbrauch an topischen Kortikosteroiden reduzieren.

Zu den Aufgaben der Haut gehört es, den Körper vor dem Eindringen von schädlichen Einflüssen wie UV-Strahlen, Chemikalien, Allergenen und Krankheitserregern zu schützen. Gleichzeitig verhindert die Haut einen übermäßigen Wasserverlust und schützt den Körper so vor der Austrocknung.

Diesen Funktionen kann die Haut aber nur gerecht werden, wenn die Hautbarriere intakt ist. Die Trennschicht, die vor allem in der Hornschicht der Epidermis angesiedelt ist, kann mit einer Backsteinmauer verglichen werden (siehe Abb. 1): Die Ziegelsteine bilden dabei eiweißreiche Hornzellen, den Mörtel besonders strukturierte Fette – die Lipidlamellen. Diese bestehen überwiegend aus körpereigenen Fetten, den Ceramiden, sowie aus freien Fettsäuren und Cholesterin. Nur wenn diese Lipide in ausreichendem Maß vorhanden sind, kann die Haut ihre Schutzfunktion optimal erfüllen [1].

Zu wenig Lipide und Filaggrin: Die Mauer ist nicht fest genug

Aufgrund ihrer genetischen Veranlagung produziert ein Teil der Menschen mit einer atopischen Dermatitis weniger Hautlipide: So konnte beispielsweise gezeigt werden, dass drei Lipidkomponenten – Cholesterin, freie Fettsäuren und Ceramide – bei Menschen mit atopischer Dermatitis in geringerer Menge vorliegen als bei Hautgesunden, auch die Anzahl interzellulärer Lipidmembranen ist reduziert [1].

Bei vielen Menschen mit atopischer Dermatitis liegt außerdem ein Defizit an Filaggrinen vor. Diese Proteine sind für die mechanische Festigkeit der Hautbarriere verantwortlich. Die Folge: Die Barrierefunktion der Haut ist gestört, der transepidermale Wasserverlust ist erhöht – die Haut ist trocken, rau, rissig und empfindlich (Abb. 2). Die nicht voll funktionsfähige Hautbarriere begünstigt darüber hinaus das Eindringen zum Beispiel von Allergenen oder Mikroorganismen. Zusammen mit einer gesteigerten Aktivität des Immunsystems kann es jetzt besonders leicht zu entzündlichen Hautreaktionen kommen, die oft mit starkem Juckreiz einhergehen [1].

Die schubfreie Zeit verlängern und damit den Kortikoid-Verbrauch senken

Basis jeder Therapie der atopischen Dermatitis sind den deutschen und europäischen Leitlinien zufolge die Behandlung mit Emollenzien sowie die Vermeidung von individuellen Triggerfaktoren [2, 3]. Je nach Hautzustand wird die Basistherapie um weitere Maßnahmen ergänzt (siehe Abb. 3).

Neben den deutschen und europäischen Leitlinien empfehlen auch US-amerikanische Fachgesellschaften Emollenzien als primäre Therapie der milden bis moderaten atopischen Dermatitis, weil sie Ekzemschübe verhindern beziehungsweise die Zeit zwischen den Schüben verlängern können. Außerdem sinkt unter der topischen Basispflege der Verbrauch an topischen Kortikosteroiden [2-5]. Hintergrund ist die verbesserte Barrierefunktion der Haut durch die Basistherapie: Sie limitiert das Eindringen von Umweltfaktoren und Allergenen, die entzündliche Mechanismen in der Haut triggern [6].

Die Auswahl eines bestimmten Produktes zur Basispflege sollte sich nach dem Patienten richten. Es empfehlen sich Produkte mit wenig potenziell allergenen oder reizenden Stoffen wie Konservierungsmitteln oder bestimmte Parfüme. Ergänzend können je nach Schweregrad Spezialprodukte mit modernen Technologien und speziellen Lipidzusammensetzungen genutzt werden um die Hautbarriere vollständig wiederherzustellen.

Auf die richtige Menge kommt es an

Dass es dabei neben der regelmäßigen Anwendung der Hautpflegemittel auch auf die richtige Menge ankommt, zeigen Daten aus Großbritannien: Eine Erhöhung der auf die Haut aufgebrachten Emollenzien von 54 g/Woche auf 426 g/Woche war mit einer Verminderung der Schwere der Ekzeme um fast 90 % assoziiert, ohne dass der Verbrauch an Kortison zugenommen hätte [7]. Diese Erkenntnis wurde durch weitere Studien bestätigt. Dementsprechend empfiehlt die Europäische Leitlinie zur Behandlung der atopischen Dermatitis bei Erwachsenen 1 kg Hautpflegemittel pro Monat aufzutragen – also 30 bis 35 g pro Tag [3].

Literatur

[1] Cork et al., J Invest Dermatol 2009;129:1892-1908
[2] Leitlinie Neurodermitis, AWMF-Registernummer 013-027
[3] Wollenberg A et al., JEADV 2018;32:657-682
[4] Eichenfield LF et al., J Am Acad Dermatol 2014;71:116-132
[5] Tollefson MM et al., Pediatrics 2014;134:e1735-e1744
[6] Grimalt R et al., Dermatology 2006;214:61-67
[7] Cork M et al., Br J Dermatol 2003;149:582-589
[8] https://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/013_D_Dermatologische_Ges/013-027l_S2k_Neurodermitis_Aktualisierung-Systemtherapie_2020-06.pdf

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