Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Stief

Kryofibrinogen

Kryofibrinogen
Englischer Begriff
cryofibrinogens
Definition
Kryofibrinogene sind in der Kälte präzipitierende Proteinkomplexe aus Fibrinogen/Fibrin.
Beschreibung
Im Gegensatz zu Kryoglobulinen findet sich Kryofibrinogen nicht im Serum. Fibrinogen-Kryopräzipitate (nicht aber Fibrinthrombi) lösen sich bei Erwärmung wieder auf und werden durch Thrombin zur Gerinnung gebracht. Kryofibrinogenämien finden sich insbesondere bei Tumoren, Nekrosen, akuten oder chronischen Entzündungen, bei lymphoproliferativen Erkrankungen und bei Autoimmunerkrankungen. Kryofibrinogene können zu Nekrosen in den Akren führen. Für die Diagnostik sollten Serum und Citratplasma gewonnen und bei einer Temperatur von 37 °C gehalten werden. Aliquote werden für 24 h bei 1 °C gehalten, ein sich bildendes Präzipitat wird erwärmt und erneut abgekühlt, um nachzuweisen, dass sich die Präzipitate reversibel bilden können. Wenn sich reversible Präzipitate nur im Plasma bilden, spricht dies für ein Kryofibrinogen. Kryoglobuline sind Immunglobuline, die bei Temperaturen unterhalb der Körpertemperatur unlöslich sind.
Literatur
Klein AD, Kerdel FA (1991) Purpura and recurrent ulcers on the lower extremities. Essential cryofibrinogenemia. Arch Dermatol 127:113–118CrossRef