Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
S. Holdenrieder und P. Stieber

Melanoma inhibitory antigen

Melanoma inhibitory antigen
Synonym(e)
MIA
Englischer Begriff
melanoma inhibitory antigen
Definition
MIA ist ein 11 kDa schweres, lösliches Protein, das von Melanozyten und Chondrozyten produziert wird.
Struktur
MIA besteht aus 131 Aminosäuren und ist lokalisiert auf dem Chromosom 19q13.32.
Molmasse
11 kDa.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
MIA wird von Melanozyten und Chondrozyten produziert und führt im Zellkulturexperiment zu einer schnellen Isolierung und Kugelbildung von Melanomzellen, weshalb vermutet wird, dass MIA am Prozess der Metastasierung und/oder der Invasion maligner Melanomzellen beteiligt ist.
Funktion – Pathophysiologie
Die klinische Bedeutung der MIA-Bestimmung liegt im Therapiemonitoring und der Rezidiverkennung von malignen Melanomen.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Serum, Liquor.
Konventionelle Einheit
ng/mL (μg/L).
Referenzbereich – Erwachsene
97 %-Perzentile 8,8 ng/mL (methodenabhängig).
Interpretation
Die meisten MIA-Methoden sind für die Anwendung im Serum ausgetestet. Darüber hinaus kann MIA auch in anderen Körperflüssigkeiten bestimmt werden.
MIA weist eine hohe Tumorspezifität für das maligne Melanom auf. Bei anderen malignen Tumoren wurden nur vereinzelt gering gradige Erhöhungen von MIA im Serum beobachtet. Ebenso verursachen viele differenzialdiagnostisch relevante benigne Erkrankungen keine oder nur gering erhöhte MIA-Konzentrationen. Ein eindeutiger Vorteil gegenüber S100 konnte bisher nicht gezeigt werden; allerdings ist insbesondere bei Melanompatienten mit unauffälliger S100-Konzentration im Serum eine Kombination mit MIA zur Verlaufsbeobachtung sinnvoll.
Diagnostische Wertigkeit
Malignes Melanom: Therapiekontrolle und Nachsorge (mit S100), Prognose.
Literatur
Diamandis E, Fritsche HA, Lilja H et al (2002) Tumor markers. Physiology, pathobiology, technology, and clinical applications, 1. Aufl. AACC Press, Washington, DC