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05.06.2018 | Originalien und Übersichten | Ausgabe 7/2018

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 7/2018

Erwähnung des Ethikvotums in deutschen medizinischen Dissertationen und Publikationen

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 7/2018
Autoren:
Prof. Dr. med. Michael Zenz, Dr. med. Julia Zenz, Dr.med. Maximilian Grieger

Zusammenfassung

Die Deklaration von Helsinki des Weltärztebundes (WMA) gebietet seit 1975 eindeutig die Anrufung einer Ethikkommission bei Forschung am Menschen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Verletzungen dieser Deklaration. Nachdem sich zahlreiche englische Publikationen mit dem Thema Ethikvotum in Dissertationen und Publikationen beschäftigt haben, sollte dies erstmalig in Deutschland untersucht werden.
Insgesamt 1482 medizinische Dissertationen wurden 2013–2014 an vier ausgewählten Universitäten untersucht, ebenso wie drei deutschsprachige Publikationsorgane. Bei 543 Dissertationen wäre nach den Kriterien der Helsinki-Deklaration der Hinweis auf ein Ethikvotum erforderlich gewesen. Angegeben wurde ein Ethikvotum aber nur in 58,7 % der Fälle und noch seltener, wenn die jeweiligen Promotionsordnungen oder Merkblätter nicht auf die Notwendigkeit der Einholung eines Ethikvotums hingewiesen haben. Dissertationen aus der Pädiatrie erwähnten am häufigsten das Ethikvotum (78,6 %), dagegen war der Anteil in der Chirurgie mit 34,9 % am niedrigsten. Bei den Zeitschriften wurde am häufigsten in Der Nervenarzt ein Ethikvotum genannt (59,4 %) und am seltensten in Der Chirurg (30 %).
Die vorliegenden Ergebnisse weisen auf deutliche Lücken bei der Erwähnung von Ethikvoten in medizinischen Dissertationen und Publikationen hin. Diese Defizite ließen sich leicht schließen durch konsequentes Vorgehen der Gutachter in Promotionsverfahren bzw. der Gutachter und Herausgeber von Zeitschriften.

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