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16.09.2019 | Leitthema | Ausgabe 10/2019

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 10/2019

Essstörungssymptome bei Kindern und Jugendlichen: Häufigkeiten und Risikofaktoren

Ergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 10/2019
Autoren:
Dr. Caroline Cohrdes, Kristin Göbel, Dr. Robert Schlack, Heike Hölling

Zusammenfassung

Essstörungen sind von hoher klinischer und gesellschaftlicher Relevanz. Sie gehören zu den häufigsten chronischen und psychischen Störungen des Erwachsenenalters, zeigen jedoch eine hohe Inzidenz und einen Erkrankungsgipfel bereits in der Adoleszenz. Erkrankungen dieses Formenkreises sind oftmals mit schwerwiegenden Folgen assoziiert, wie z. B. mit akuten und chronischen Begleiterkrankungen oder einem schulischen bzw. beruflichen Misserfolg.
Aus Public-Mental-Health-Sicht ist es daher wichtig, über Symptome und Risikofaktoren von Essstörungen zu informieren sowie Entwicklungen über die Zeit zu überwachen, um die Relevanz oder Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen bewerten zu können.
In diesem Beitrag wird die aktuelle Prävalenz von Essstörungssymptomen in der 11- bis 17-jährigen Bevölkerung Deutschlands aus der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen berichtet (KiGGS Welle 2, 2014–2017, N = 6599, 48,1 % Jungen) und der Prävalenz von vor 10 Jahren (KiGGS-Basis, 2003–2006, N = 6633, 51,3 % Jungen) gegenübergestellt. Zudem werden ausgewählte Risikofaktoren für Essstörungssymptome untersucht
19,8 % der Kinder und Jugendlichen in KiGGS Welle 2 zeigen Symptome einer Essstörung. Damit ist ein Rückgang von 2,8 Prozentpunkten im Vergleich zu vor 10 Jahren zu verzeichnen. Dieser Rückgang betrifft insbesondere die 11- bis 13-jährigen Jungen, während das Risiko bei 14- bis 17-Jährigen und insbesondere bei Mädchen vergleichbar hoch geblieben ist. Kinder und Jugendliche mit emotionalen Problemen, einem niedrigen familiären Zusammenhalt oder niedriger Selbstwirksamkeitserwartung und solche, die sich als zu dick oder zu dünn wahrnehmen, haben ein erhöhtes Risiko für Essstörungssymptome.
Bisherige Ansätze und mögliche Ergänzungen für die Prävention von Essstörungen werden diskutiert.

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