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24.10.2017 | Hauptreferate: Aktuelle Habilitationen | Sonderheft 2/2017

Der Pathologe 2/2017

Karzinome der Gallenwege

Molekulare Charakterisierung und Identifikation neuer prognostischer Marker

Zeitschrift:
Der Pathologe > Sonderheft 2/2017
Autor:
PD Dr. B. Goeppert

Zusammenfassung

Hintergrund

Karzinome der Gallenwege (BTC) sind hoch aggressive Tumoren mit schlechter Prognose und steigender Inzidenz. BTC zeichnen sich durch eine große tumorbiologische und klinische Heterogenität aus und werden derzeit nach ihrer anatomischen Lokalisation in intrahepatische (iCCA) und extrahepatische Cholangiokarzinome (eCCA), die wiederum in perihiläre und distale CCA unterschieden werden, sowie Gallenblasenkarzinome (GBC) unterteilt.

Neue Therapieoptionen

Die Ätiologie der BTC ist im Vergleich zum HCC in der westlichen Welt meist unklar. Eine entscheidende Rolle bei der Entstehung dieser Tumoren scheinen chronische Entzündungsprozesse der Gallenwege zu spielen. Erkenntnisse der molekularen Cholangiokarzinogenese könnten einen wichtigen Beitrag zu einer genaueren Klassifikation der BTC und zur Entwicklung neuer, zielgerichteter Therapien leisten.

Epigenetische und genetische Veränderungen in Cholangiokarzinomen

Die Erstbeschreibung des genomweiten DNA-Methylierungsstatus in CCA konnte einen möglichen Einfluss epigenetischer Veränderungen auf die Cholangiokarzinogenese aufzeigen. Hierbei fielen zum einen drastische globale Methylierungsunterschiede zwischen CCA-Proben und korrespondierendem Normalgewebe (Matched-Pair-Analysen) auf. Zum anderen konnten signifikante Methylierungsunterschiede zwischen den CCA-Subtypen (eCCA und iCCA) dargestellt werden. Mittels Immunhistochemie und Sanger Sequenzierung konnte gezeigt werden, dass die tatsächliche BRAF-V600E-Mutationsrate offensichtlich deutlich niedriger (1,3 %) ist, als bisher in der Literatur beschrieben.

Immunphänotyp der Karzinome der Gallenwege

Um die Tumor-Immunsystem-Interaktion in BTC besser zu verstehen, wurde eine umfassende, subtypenspezifische Charakterisierung der tumorinfiltrierenden Immunzellen sowie eine Expressionsanalyse des Major Histocompatibility Complex I durchgeführt. Für weitere Studien zur Effektivität immunmodulatorischer Therapieansätze bei BTC können diese Ergebnisse hilfreich sein.

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