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28.07.2017 | Libidostörungen | Leitthema | Ausgabe 3/2017

Gynäkologische Endokrinologie 3/2017

Die Lustpille für die Frau

Fakten und Fiktion

Zeitschrift:
Gynäkologische Endokrinologie > Ausgabe 3/2017
Autor:
Dr. med. Ladina Vonzun
Wichtige Hinweise

Redaktion

B. Leeners, Zürich
S. Tschudin, Basel

Zusammenfassung

Hintergrund

Im Juni 2015 hat die Food and Drug Administration (FDA) Flibanserin in den USA unter dem Namen Addyi® zur Behandlung der „acquired, generalized hypoactive sexual desire disorder“ (HSDD) bei prämenopausalen Frauen zugelassen.

Zielsetzung

Ziel dieses Beitrags ist es, die Datenlage zu Wirksamkeit und Akzeptanz von Flibanserin zu beleuchten. Zudem sollen die Umstände der Zulassung diskutiert werden.

Material und Methoden

Sichtung der aktuellen Literatur und Betrachtung der wissenschaftlichen wie auch öffentlichen Diskussion.

Ergebnisse

Flibanserin ist ein 5‑HT1A-Agonist und 5‑HT2A-Antagonist und wurde ursprünglich als Antidepressivum entwickelt. Alle Zulassungsstudien zeigen in den definierten Endpunkten eine signifikante Überlegenheit von Flibanserin 100 mg/Tag oral im Vergleich zu Placebo. Absolut gesehen steigt die Anzahl befriedigender sexueller Aktivitäten pro Monat um 0,5–1. Die Umstände, die zur Zulassung von Flibanserin durch die FDA geführt haben, und die Diagnosestellung der HSDD werden weiterhin kontrovers diskutiert. Langzeitstudien zur Einnahme von Flibanserin und Daten zur Akzeptanz der Langzeiteinnahme eines Medikaments zur Behandlung der HSDD fehlen. Insgesamt wird aber begrüßt, dass die Libido der Frau in der Diskussion um die Sexualität berücksichtigt wird und dass mit Flibanserin ein Medikament zur Behandlung der HSDD bei der prämenopausalen Frau zur Verfügung steht.

Schlussfolgerung

Auch wenn Flibanserin in Europa offiziell nicht zugelassen ist, müssen sich ÄrztInnen auch hier mit der Frage befassen, wie sie ihre Patientinnen bezüglich der „Lustpille“ beraten sollen.

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