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16.05.2019 | Operative Techniken

„Ligament bracing“ für das laterale Sprunggelenk

Zeitschrift:
Operative Orthopädie und Traumatologie
Autor:
Prof. Dr. H. Lohrer
Wichtige Hinweise

Redaktion

T. Mittlmeier, Rostock

Zeichner

H. J. Schütze, Köln

Zusammenfassung

Operationsziel

Sicherung der Stabilität einer anatomischen Kapselbandrekonstruktion (Broström-Rekonstruktion) am lateralen oberen Sprunggelenk (OSG). Prinzip des „Sicherheitsgurts“.

Indikationen

Mechanische Instabilität am lateralen OSG, z. B.: bei Sportlern in Risikosportarten, bei Patienten mit fraglicher Compliance bezüglich der Nachbehandlung, bei Patienten mit minderwertiger lokaler Gewebsqualität, bei allgemeiner Hypermobilität und bei Patienten mit fehlgeschlagener Voroperation.

Kontraindikationen

Bekannte Implantatunverträglichkeit, Infekt (systemisch oder lokal), lokale Weichteilaffektionen, Blutungsneigung (medikamentöse Gerinnungshemmung oder Erkrankungen mit hohem Blutungsrisiko).

Operationstechnik

Flacher epimalleolärer Hautschnitt (5 cm). Anatomische Versorgung des Kapselbandapparats. Darstellung von Ursprung und Insertion des Ligamentum talofibulare anterius (LTFA) am Außenknöchel bzw. am Talushals. Ablösung der Kapselbandanteile fibular und Broström Repair (Kapselbandreinsertion) z. B. über zwei Anker. Je eine Bohrung unmittelbar proximal des fibularen Ursprungs (2,7 mm) und unmittelbar distal des talaren Ansatzes des LTFA (3,4 mm) und Gewindeschneiden mit dazugehörigem Gewindeschneider. Einbringen des mit SutureTape vorgeladenen 3,5 mm × 15,8 mm BioComposite SwiveLock® (Arthrex, Naples, FL, USA) fibular. Auffädeln der beiden fibular verankerten SutureTape-Schenkel an der Spitze des 4,75 mm × 19,1 mm BioComposite SwiveLock®-Ankers, der talar unter mäßiger Spannung des Kunstbands implantiert wird.

Weiterbehandlung

Postoperativ erfolgt für 4–5 Tage eine Immobilisation in einer Unterschenkel‑/Fuß-Scotchcast™-Schiene. Dann Vollbelastung im Stabilschuh (OrthoTECH Stabil, OrthoTECH GmbH, Stockdorf, Deutschland) bis zur 5. Woche postoperativ tagsüber. Zur Nacht wird der Fuß in diesem Zeitraum mit der vorhandenen Scotchcast™-Schiene stabilisiert. Bewegungen im OSG werden durch die orthetische Versorgung (Stabilschuh) limitiert. In der entlasteten Situation (nachts) könnte ein verstärkter Zug auf die heilenden Strukturen und Implantate bei unkontrollierten Bewegungen stattfinden, während in der belasteten Situation (tagsüber) unter Schutz des Stabilschuhs eine Beanspruchung der heilenden Bandstrukturen und Implantate weitgehend ausgeschlossen wird. Die Supinationsbewegung wird erst ab der 6. postoperativen Woche erlaubt. Sensomotoriktraining ab 3. postoperativer Woche. Laufbelastung ab 6. postoperativer Woche. Wettkampfbelastung in Risikosportarten (Fußball, Basketball, Volleyball) ab 10.–12. Woche postoperativ.

Ergebnisse

Gemessen mit dem für chronische Sprunggelenkinstabilitäten validierten FAAM-G-Fragebogen (Foot and Ankle Ability Measure – German version) haben sich 9 Patienten im Teilscore ‚Alltagsbelastung‘ von einem präoperativen Median (Minimum-Maximum) von 65 (30–100) auf 98 (78–100) nach 12 Monaten verbessert. Im FAAM-G (sportbezogener Teilscore) war der präoperative Median (Minimum–Maximum) 35 (0–75) und nach 12 Monaten 100 (19–100). Nach dem Sefton Grading System hatten 7/8 der nachuntersuchten Patienten ein exzellentes Ergebnis erreicht und waren bei der letzten klinischen Nachuntersuchung im operierten OSG frei beweglich und klinisch (Talusvorschub und -kippung) bandstabil. Diese Befunde entsprechen den mit dieser Methode bisher publizierten guten Ergebnissen.

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