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21.06.2016 | Leitthema | Sonderheft 1/2016

Der Nervenarzt 1/2016

Neurologie und Neurologen in der NS-Zeit: Auswirkungen und Folgen von 1945 bis heute

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Sonderheft 1/2016
Autoren:
M. Martin, H. Fangerau, Prof. Dr. A. Karenberg

Zusammenfassung

Dieser Beitrag behandelt die Auswirkungen der „NS-Neurologie“ auf das Fach von 1945 bis heute. Chronologisch werden dabei in der aktuellen Literatur im Wesentlichen vier sich überlappende Abschnitte abgegrenzt: (1.) In die Phase der juristischen Verfolgung und „Entnazifizierung“ fällt der Nürnberger Ärzteprozess, bei dem keine sich so bezeichnenden Neurologen angeklagt waren. (2.) Während des anschließenden Prozesses der weitreichenden Amnestierung und Integration ehemaliger NS-Anhänger in den 1950er Jahren ist auch für die Neurologie eine Kontinuität der Eliten nachzuweisen. In das Jahr 1953 fiel die sog. Lissabon-Affäre, als v. a. niederländische Fachvertreter gegen die Teilnahme Julius Hallervordens am 5. Internationalen Kongress für Neurologie protestierten, sich die neu gegründeten Fachgesellschaften DGN und DGPN jedoch geschlossen hinter Hallervorden stellten. (3.) Die beginnende Kritik am systematischen Verschweigen medizinischer Verbrechen im Nationalsozialismus kennzeichnet die dritte Phase, in der die Neurologie durch das Auffinden inkriminierter Hirnschnitte an verschiedenen Max-Planck-Instituten in den Fokus geriet. (4.) Ab den 1980/1990er Jahren setzte eine Rekonstruktion und Aufarbeitung medizinischer Verbrechen im Nationalsozialismus durch (Medizin-)Historiker ein. Der zeitliche Abstand zu den Ereignissen und der erfolgte Generationenwechsel in der deutschen Ärzteschaft brachten einen Wandel von der Fremd- zur teilweisen Selbstzuschreibung historischer Verantwortung mit sich. Aktuell wird international der Umgang mit neurologischen Eponymen, die einen Zusammenhang mit der NS-Zeit aufweisen, besonders diskutiert. Wir gehen davon aus, dass zukünftige Forschungen zu einer weiteren Ausdifferenzierung des historischen Forschungsstandes führen und u. a. die aktuellen Debatten um Forschungsethik beleben werden.

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