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22.07.2019 | Leitthema | Ausgabe 9/2019

Monatsschrift Kinderheilkunde 9/2019

Schulmedizin und Homöopathie bei krebskranken Kindern – (k)ein Widerspruch?

20 Jahre homöopathische Ambulanz am Klinikum Klagenfurt

Zeitschrift:
Monatsschrift Kinderheilkunde > Ausgabe 9/2019
Autoren:
Prof. Dr. W. Kaulfersch, E. Pichler, S. Flaschberger, B. Jauk, K. Pirolt
Wichtige Hinweise

Redaktion

R. Kerbl, Leoben
W. Kaulfersch, Klagenfurt am Wörthersee

Zusammenfassung

An der Kinderkrebsstation des Klinikum Klagenfurt am Wörthersee wurde bereits 1998 eine homöopathische Ambulanz etabliert; seither wurden 250 Kinder und Jugendliche mit verschiedenen onkologischen Erkrankungen additiv zur Schulmedizin homöopathisch behandelt. Zusätzlich wurden 50 Eltern homöopathisch mitbetreut. Über die Möglichkeit einer homöopathischen Betreuung werden die Eltern bereits bei der Aufnahme ihres Kindes informiert. Die Teilnahme ist kostenlos, da diese zur Gänze von der Kärntner Kinderkrebshilfe finanziert wird. Ein in der Homöopathie hocherfahrener Arzt betreut die Kinder und Jugendlichen regelmäßig mehrmals in der Woche auf Basis der klassischen Homöopathie nach Hahnemann. Die Homöopathie wird als reine additive Form angeboten. Sie verfolgt zum einen den konstitutionellen Ansatz der Stärkung des Kindes auf der physischen, emotionellen und mentalen Ebene. Zum anderen zielt sie als symptomatische Therapie auf die Reduktion akuter chemotherapieassoziierter Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Angststörungen, ab. Die konventionelle onkologische Therapie muss ohne Behinderung oder Beeinflussung durch die additive homöopathische Therapie entsprechend den von den primären Studienzentren zur Verfügung gestellten Behandlungsprotokollen erfolgen. Bisher wurde dieses Zusatzangebot von den Kindern und Eltern sehr gerne angenommen. Zwischen 90 und 100 % der onkologischen Patienten nutzen die Homöopathie und profitieren davon, indem ihnen weitere Medikamente zur Bekämpfung der Nebenwirkungen der onkologischen Therapie erspart bleiben. Eine Ausweitung dieses erfolgreichen komplementärmedizinischen Konzepts ist im Sinne der Implementierung weiterer Angebote zu komplementärer und alternativer Medizin (CAM) in Planung.

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