Zum Inhalt

Chimäre Antigenrezeptoren (CAR) – universelle Werkzeuge in der zellulären Immuntherapie

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Beobachtung, dass tumorinfiltrierende Lymphozyten (TIL) nach Ex-vivo-Amplifikation Tumoren langfristig kontrollieren können, führte zu dem Konzept, zytolytische T‑Zellen des Patienten durch einen Rezeptor mit definierter Spezifität spezifisch gegen den Tumor zu richten.

Fragestellung

Entwicklung eines rekombinanten Rezeptor-Signal-Moleküls (chimärer Antigenrezeptor, CAR) zur Erhöhung der Wirksamkeit und Selektivität einer T‑Zell-vermittelten Antitumorantwort.

Methode

Darstellung des Prototyps eines CAR, wesentlicher Aspekte der modularen Struktur und des Entwicklungspotenzials der CAR für die adoptive Immuntherapie.

Ergebnisse

Intensive Forschung in den letzten zwei Dekaden hat aufgezeigt, wie die CAR-vermittelte T‑Zell Aktivierung gezielt beeinflusst werden kann, unter anderem durch die Affinität der Bindung, das Epitop des Zielantigens, dessen Expressionsdichte und Zugänglichkeit auf den Tumorzellen sowie durch die Signaleinheiten und deren Kombination zur Aktivierung der T‑Zellen. Durch Änderung der CAR-Module können Qualität und Dauer der T‑Zell-Antwort weiterhin moduliert werden; durch die CAR-vermittelte Freisetzung transgener, therapeutisch wirksamer Proteine können CAR-T-Zellen als „biopharmazeutische Fabriken“ („T-cells redirected for unrestricted cytokine-mediated killing“, TRUCK) im Gewebe aktiv werden.

Schlussfolgerung

Die adoptive Immuntherapie mit CAR-T-Zellen wird erfolgreich zur Therapie hämatologischer Tumoren eingesetzt; die Therapie solider Tumoren ist in der Entwicklung. Forschungen zielen unter anderem dahin, allogene CAR-T-Zellen für eine große Anzahl von Patienten „off the shelf“ zur Verfügung zu stellen. Es besteht weiterhin ein erhebliches Entwicklungspotenzial der CAR hin zu anderen therapeutischen Anwendungen, wie für die Therapie von Autoimmunerkrankungen.
Titel
Chimäre Antigenrezeptoren (CAR) – universelle Werkzeuge in der zellulären Immuntherapie
Verfasst von
A. Holzinger
Prof. Dr. H. Abken
Publikationsdatum
25.08.2021
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
best practice onkologie / Ausgabe 9/2021
Print ISSN: 0946-4565
Elektronische ISSN: 1862-8559
DOI
https://doi.org/10.1007/s11654-021-00337-5
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu im Fachgebiet Onkologie

ICI-induzierte Dermatitis: Upadacitinib als vielversprechende Therapieoption

Immunvermittelte Hautreaktionen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen von Immun‑Checkpoint‑Inhibitoren. Eine offene Phase‑2‑Studie untersuchte den JAK‑1‑Inhibitor Upadacitinib bei schwerer ICI‑assoziierter Dermatitis. Die Hautsymptome gingen rasch zurück, schwerwiegende therapieassoziierte Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Extrapulmonale Befunde beim Lungenkrebs-Screening – Krebsverdacht gerechtfertigt?

Der Umgang mit Zufallsentdeckungen ist ein vieldiskutiertes Thema im Zusammenhang mit dem Low-Dose-CT-Screening auf Lungenkrebs. Eine Studie hat sich nun speziell mit inzidentellen Befunden befasst, die auf ein extrapulmonales Malignom verdächtig sind.

KI-Chatbots bieten 24/7-Sprechstunde für Patienten

Medizinischen Rat von Chatbots auf der Basis sogenannter künstlicher Intelligenz haben laut Umfragen bereits knapp die Hälfte aller Erwachsenen schon einmal eingeholt. Welche Chancen und Risiken birgt das?

Verliert die Kontrollkoloskopie im Alter an Bedeutung?

Wie sinnvoll ist es, bei Menschen jenseits der 75 nach Entfernung eines Adenoms Überwachungskoloskopien durchzuführen? Eine große US-Kohortenstudie zeigt: Das Darmkrebsrisiko war nach zehn Jahren sehr gering, ob mit oder ohne Polypektomie in der Vorgeschichte. Bei weitem höher war das Risiko, an einer anderen Erkrankung zu versterben.

Update Onkologie

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Eine Person kratzt sich am Rücken über der Schulter/© ryanking999 / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Mann erhält einen CT-Scan /© Mark Kostich / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Arzt hält Koloskop/© Graphicroyalty / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)