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19.01.2017 | Transsexualismus | Leitthema | Ausgabe 1/2017

Gynäkologische Endokrinologie 1/2017

Transmenschen und Kinderwunsch

Zeitschrift:
Gynäkologische Endokrinologie > Ausgabe 1/2017
Autor:
Dr. N. Flütsch
Wichtige Hinweise

Redaktion

M. Birkhäuser, Basel
L. Wildt, Innsbruck

Zusammenfassung

Die moderne Medizin bietet transidenten Menschen gute Behandlungsoptionen. Dank der liberalen Haltung der Gesellschaft können Transmenschen heute selbstbewusster auftreten und sich leichter und früher outen. Immer mehr Länder verzichten auf die Forderung einer Sterilisation im Rahmen der Korrektur des Geschlechtseintrags im Personenregister. In der Folge gibt es vermehrt Personen mit Kinderwunsch, die rechtlich dem männlichen Geschlecht zugehören, aber ein weibliches Genitale haben, und umgekehrt auch mehr Personen, die rechtlich dem weiblichen Geschlecht zugehören, aber ein männliches Genitale besitzen – ein Umstand, der sich auch aus Sicht der Fertilitätsmedizin nicht einfach ignorieren lässt. Für die Fruchtbarkeitserhaltung ist es wichtig, die Betroffenen vor einer medizinischen Geschlechtsanpassung ausführlich zu beraten und die einzelnen Möglichkeiten der Fertilitätsbehandlung aufzuzeigen. Die zum Teil restriktiven Fortpflanzungsgesetze der europäischen Länder schränken jedoch die Erfüllung des Kinderwunschs bei Transmenschen stark ein. Für diese Problematik muss der Gesetzgeber in Zukunft konstruktive Lösungen finden, will er dem Kinderwunschtourismus in andere Länder mit zum Teil mangelhafter Kontrolle Einhalt gebieten.

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