Zum Inhalt

Das Post-Finasterid-Syndrom

Erschienen in:

Zusammenfassung

Das Post-Finasterid-Syndrom (PFS) beschreibt eine langfristige Störung der Sexualfunktion sowie psychische und kognitive Veränderungen, die während oder nach der Behandlung einer androgenetischen Alopezie (AGA) mit 1 mg Finasterid pro Tag bzw. während oder nach der Therapie einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) mit 5 mg/Tag auftreten und nach Absetzen persistieren. Die günstige Wirkung von Finasterid auf AGA und BPH beruht auf einem starken Abfall der 5α-Dihydrotestosteron(DHT)-Konzentration aufgrund einer irreversiblen Blockade der 5α-Reduktase in den Sexualorganen, dem Gehirn, der Haut und vielen anderen Organen und Geweben. Dadurch wird die Umwandlung von Testosteron in das 2,5-mal stärkere Androgen DHT gehemmt. Zu den persistierenden Nebenwirkungen zählen sexuelle Dysfunktionen, Depression, Angst und kognitive Störungen, welche die Lebensqualität beeinträchtigen. Die psychischen und mentalen Nebenwirkungen gehen von der 5α-Reduktase-Blockade im zentralen Nervensystem aus, die zu einem lokalen Abfall von DHT und anderen 3α,5α-reduzierten neuroaktiven Steroiden, z. B. Allopregnanolon, führt. Die Ätiologie der irreversiblen Veränderungen ist nicht geklärt. Möglicherweise spielen dabei epigenetische Prozesse eine Rolle. Zufriedenstellende Therapieoptionen stehen bisher nicht zur Verfügung.
Titel
Das Post-Finasterid-Syndrom
Verfasst von
Prof. Dr. Herbert Kuhl
Prof. Dr. Inka Wiegratz
Publikationsdatum
10.04.2017
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Gynäkologische Endokrinologie / Ausgabe 2/2017
Print ISSN: 1610-2894
Elektronische ISSN: 1610-2908
DOI
https://doi.org/10.1007/s10304-017-0126-2
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Passend zum Thema

ANZEIGE

Vorbeugung von rezidivierenden depressiven Störungen: Strategien für eine nachhaltige Stabilisierung

Was tun, wenn die Depression immer wiederkehrt? Viele Patient*innen erleben nach der ersten depressiven Episode eine gewisse Erleichterung – doch die Gefahr ist groß, dass die Erkrankung zurückkehrt. Erfahren Sie hier mehr über rezidivierende depressive Störungen.

ANZEIGE

Hausärztinnen und Hausärzte als wichtige Begleiter der Therapie

Digitale Aufklärung bei Depression: Das Deutschland-Barometer Depression 2025 zeigt, dass 78 % der Betroffenen online nach Informationen suchen - mit unterschiedlichen Erfahrungen – Lesen Sie mehr!

ANZEIGE

Süß, aber gefährlich: Wie Softdrinks die Stimmung belasten

Immer mehr Forschung verdeutlicht, dass Getränke nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Psyche beeinflussen. Besonders zuckerhaltige Softdrinks stehen im Verdacht, depressive Symptome zu fördern – über Mechanismen, die im Darm beginnen und im Gehirn enden.

ANZEIGE

Depression behandeln. Natürlich.

Hier erhalten Sie Updates zum aktuellen Stand der Wissenschaft bei der Therapie von Depressionen. Insbesondere sind dort detaillierte Erklärungen zum Wirkmechanismus von hochdosiertem Johanniskraut-Extrakt zu finden. Schauen Sie vorbei!

Bayer Vital GmbH

Passend zum Thema

ANZEIGE

Phytotherapie statt Antibiotikum

Viel zu oft werden akute unkomplizierte Harnwegsinfekte mit Antibiotika behandelt, obschon es Alternativen gibt. Doch nun bringen gleich 2 aktuelle Leitlinien Bewegung in das Management unkomplizierter Zystitiden, indem sie sich klar für den Einsatz evidenzbasierter Phytotherapeutika wie der pflanzlichen Dreierkombination BNO 1045 aussprechen, um den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren.

ANZEIGE

Starke Evidenz für nicht-antibiotische Therapie

Harnwegsinfektionen (HWIs) gehören weltweit zu den häufigsten bakteriellen Infektionen. Jährlich erkranken etwa 150 Millionen Menschen an einer HWI, wobei Frauen deutlich öfter betroffen sind als Männer. Meist handelt es sich um akute unkomplizierte Zystitiden, bei denen eine Antibiotikagabe häufig nicht erforderlich ist. Hier steht die Linderung der Symptome im Vordergrund.

Mönchspfefferextrakt: zuverlässig statt zufällig wirksam

  • Sonderbericht

Etwa 30–40 % der menstruierenden Frauen leiden an Symptomen eines prämenstruellen Syndroms (PMS). Dazu zählen unterschiedliche physische und psychische Beschwerden, die während der Lutealphase des Menstruationszyklus auftreten und in der Regel mit Einsetzen der Blutung abklingen. Phytopharmaka können in dieser Situation eine wichtige Behandlungsalternative bieten. Entscheidend für ihren Einsatz ist, dass sie eine zuverlässige, klinisch nachgewiesene Wirksamkeit besitzen.

ANZEIGE

Evidenzbasierte Phytotherapie in der Frauenheilkunde

  • Content Hub

Ein Drittel aller menstruierender Frauen hat mit prämenstruellen Beschwerden zu kämpfen. Um Symptome, wie sie beim PMS auftreten, nicht nur symptomatisch zu therapieren, können pflanzliche Präparate mit Mönchspfefferextrakt nachhaltig helfen. Erfahren Sie mehr zur Studienlage und dem Wirkmechanismus.

Bionorica SE
Bildnachweise
Mann mit beginnendem Haarausfall/© Antonio Gravante / fotograv / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Ärztin hält Schild mit "Prophylaxis" hoch/© Daniil Dubov | iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Wütende Frau schaut auf ihr Handy/© fizkes | iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Glas mit Zuckerwürfeln gefüllt und einem Strohhalm/© SB Arts Media I iStock , Frau sitzt am Tisch und guckt traurig/© elenaleonova | iStock, Petrischalte mit Bakterienkultur/© Arif Biswas | AdobeStock, Arzt hält Schild mit Aufschrift "Aktualisierte HWI-Leitlinie"/© Bionorica SE, Schild mit Phytotherapie neben Blumen/© Sonja Birkelbach / stock.adobe.com und 大出正一 / stock.adobe.com, Pflanzenzweige in Reagenzgläsern/© chokniti | Adobe Stock