Zum Inhalt

Bei Makrohämaturie auch an Medikamentenanamnese denken

Penicillininduzierte Immunhämolyse: ein Fallbericht mit Literaturreview

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Medikamentenvermittelte Immunhämolysen sind seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Krankheitsbilder. Ausgehend vom Fallbeispiel einer penicillininduzierten Immunhämolyse wurde ein strukturiertes Literaturreview der bisher publizierten Fallberichte und -studien zur Immunhämolyse durch diese Präparategruppe durchgeführt.

Fallbericht

Ein 28-jähriger Mann stellte sich mit Makrohämaturie und unspezifischen abdominellen Beschwerden in der Notaufnahme vor. Seit 10 Tagen bestand ein respiratorischer Infekt mit bakterieller Tonsillitis, die ambulant oral mit Penicillin V behandelt wurde. Labordiagnostisch wurden pathologische direkte und indirekte Hämolyseparameter nachgewiesen. Nach Absetzen des Medikaments stabilisierte sich der Zustand des Patienten.

Schlussfolgerungen

Die Diagnose der penicillinvermittelten Immunhämolyse erfordert die strukturierte Zusammenarbeit von Klinik und Labor, da klinische wie auch serologische Befunde eine hohe Variabilität mit dem Risiko von Fehldiagnosen aufweisen können. Diese Publikation soll bei Auftreten der Trias abrupter Hämoglobinabfall in Zusammenhang mit einer medikamentösen Therapie und einem stark positiven Coombs-Test aufgrund ihrer Seltenheit für die Erkrankung sensibilisieren.
Titel
Bei Makrohämaturie auch an Medikamentenanamnese denken
Penicillininduzierte Immunhämolyse: ein Fallbericht mit Literaturreview
Verfasst von
PD Dr. Dr. K. Schlatterer
M. Marschner
C. Hausdorf
Publikationsdatum
26.07.2023
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Kompaktes Leitlinien-Wissen Innere Medizin (Link öffnet in neuem Fenster)

Mit medbee Pocketcards schnell und sicher entscheiden.
Leitlinien-Wissen kostenlos und immer griffbereit auf ihrem Desktop, Handy oder Tablet.

Neu im Fachgebiet Innere Medizin

RSV birgt in der postakuten Phase erhebliche Risiken

Ob und wie stark können Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus kardiorespiratorische Probleme auch in der postakuten Phase verursachen? Eine Studie hat das untersucht.

Opportunistische Salpingektomie lohnt sich häufig

Eine opportunistische Eileiterentfernung reduziert das Risiko für tubo-ovarielle Karzinome um 40 bis 80% – ohne kurzfristige Nachteile für die Ovarialfunktion. Die Europäische Gynäkologievereinigung rät Frauen ohne Kinderwunsch daher, solche Eingriffe zu nutzen.

Beschleunigt leichte nächtliche Hypertonie eine Niereninsuffizienz?

Haben Menschen mit einer chronischen Niereninsuffizienz nachts systolische Blutdruckwerte über 110 mmHg, scheint dies die Nierenfunktion weiter zu verschlechtern. Ab 65 Jahren ist es nach Daten aus China aber genau umgekehrt.

Orales Semaglutid kann Herzinsuffizienz-Komplikationen reduzieren

Die Behandlung eines Typ-2-Diabetes mit oralem Semaglutid scheint sich auch auf eine bestehende Herzinsuffizienz günstig auszuwirken. Laut einer Sekundäranalyse der SOUL-Studie profitieren vor allem Patienten und Patientinnen mit erhaltener Auswurffraktion.

Update Innere Medizin

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Rötlich gefärbte Urinprobe in Hand von Ärztin/© Chatsikan / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Die Leitlinien für Ärztinnen und Ärzte, Seniorin verschluckt sich beim Teetrinken/© South_agency / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Hysterektomie/© nkeskin / Getty Images / iStock