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29.10.2018 | Originalarbeit | Ausgabe 2/2019

Prävention und Gesundheitsförderung 2/2019

Die Sinnhaftigkeit von Schulbetretungsverboten für Ungeimpfte bei Masernausbrüchen und Alternativen

Zeitschrift:
Prävention und Gesundheitsförderung > Ausgabe 2/2019
Autor:
MTropPaed, DTMH, DipEPP PD Dr. med. habil. Josef Weigl
Wichtige Hinweise
Die Originalversion dieses Artikels wurde überarbeitet:
Zusammenfassung:
Der zweite Satz des Abschnittes „Ergebnisse“ muss wie folgt lauten:
In beiden Fällen ist damit die Forderung einer Ansteckungswahrscheinlichkeit von über 50 % nicht erfüllt und somit das Verhängen von Schulbetretungsverboten unrechtmäßig.
Ergebnisse:In Abschnitt „Kontrollbemühungen durch Impfen im Ausbruch“ fehlt im ersten Satz eine Klammer. Der Satz muss folgendermaßen lauten:
Andererseits steht mit den kombinierten Masern-Mumps-Röteln-(Varizellen‑)Impfungen ein wirksames Instrument zur Verfügung. MMR(V) sind Masernlebendimpfstoffe mit hervorragender Wirksamkeit (über 90 %) und lebenslanger Immunität, die zudem gut verträglich sind und als Routineimpfung ab dem 11. Lebensmonat zweimalig vorgesehen sind [5].
Fazit für die Praxis:
Der erste Satz muss wie folgt lauten:
Die Ansteckungswahrscheinlichkeit bei nichtgeimpften Schülern ist durchweg unter 50 %.
Zu diesem Beitrag ist ein Erratum online unter https://​doi.​org/​10.​1007/​s11553-018-0685-7 zu finden.

Zusammenfassung

Hintergrund

Beim Auftreten von Masern an Schulen werden von Gesundheitsämtern Schulbetretungsverbote für masernungeimpfte Schüler verhängt. Laut Rechtsprechung ist dies rechtens, wenn die Ansteckung wahrscheinlicher erfolgte als die Nichtansteckung.

Ziel der Arbeit

Die Evidenz für die gegenwärtige Vorgehensempfehlung und Alternativen dazu sollen interventionsepidemiologisch-wissenschaftlich analysiert und bewertet werden.

Methoden

Am Beispiel einer Masernmeldung von einer Schule mit 1000 Schülern soll anhand von zwei Szenarien der Sachverhalt erläutert werden. Ein Szenario A basiert auf einer vorbestehenden Impfquote von 90 % der Schüler und einem Szenario B mit einer Impfquote von 10 %. In einer Modellierung werden dann die Variablen Schulgröße und Immunitätsquote in ihrer Auswirkung auf die potentielle „attack rate“ betrachtet.

Ergebnisse

In einer ersten Welle stecken sich in Szenario A 2 % und im Szenario B 2 % der empfänglichen Schüler (Sekundärfälle) an. In beiden Fällen ist damit die Forderung einer Ansteckungswahrscheinlichkeit von über 50 % nicht erfüllt und somit das Verhängen von Schulbetretungsverboten unrechtmäßig. Darüber hinaus machen diese keinen Sinn, denn sie leisten eher einer weiteren Altersverschiebung an Masern in der Bevölkerung Vorschub. Eine unmittelbare Impfaktion an der Schule würde bereits Tertiärfälle verhindern.

Schlussfolgerung

Anstatt nach zwangsläufig ineffizienten Ermittlungen Schulbetretungsverbote zu verhängen, sollte ein aufsuchendes Impfangebot im Ausbruch favorisiert werden. Der Rahmen für Impfmaßnahmen durch den öffentlichen Gesundheitsdienst ist dafür deutlich zu verbessern.

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