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16.11.2016 | Leitthema | Ausgabe 1/2017 Open Access

Der Nervenarzt 1/2017

Dissemination psychotherapeutischer Module für traumatisierte Geflüchtete

Erkenntnisse aus der Traumaarbeit in Krisen- und Kriegsregionen

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 1/2017
Autoren:
Prof. Dr. T. Elbert, S. Wilker, M. Schauer, F. Neuner

Zusammenfassung

Bei Menschen, die zunehmend und kumulativ chronischen und traumatischen Stressoren ausgesetzt sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, psychische Störungen und Verhaltensdeviationen, aber auch körperliche Erkrankungen zu entwickeln. Geflüchtete sind häufig durch das Erleben organisierter, aber zusätzlich auch häuslicher Gewalt beeinträchtigt. Funktionsuntüchtigkeit behindert die soziale Integrationskapazität und schwächt so über sozialen Ausschluss zusätzlich seelische Gesundheit. Für Traumafolgestörungen gibt es eine Reihe von Behandlungsverfahren, deren Wirksamkeit in wissenschaftlichen Studien ausgezeichnet dokumentiert worden ist. In einkommensstarken Ländern ist in der Regel zu fordern, dass diese Verfahren durch ausgebildete und approbierte Psychotherapeuten durchgeführt werden. Auch wenn die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland gut ausgebaut ist, so ist doch die Kapazität nicht ausreichend, um diese zusätzliche Belastung in den bestehenden Strukturen zu schultern. Es bietet sich daher an, die Erfahrung aus systematischen wissenschaftlichen Studien in ressourcenarmen Kriegs- und Krisengebieten zu nutzen, wo mit Personal begrenzter Ausbildung erhebliche Erfolge erzielt werden konnten: In Form von Kaskadenmodellen lernen Mitglieder der jeweiligen Flüchtlings- und Exilgemeinschaft, belastete Personen zu identifizieren, die eine weitere ausführliche Diagnostik benötigen.. Gebildete und zweisprachige Personen, die idealerweise bereits in das psychosoziale Versorgungssystem des Heimatlandes integriert sind (z. B. Krankenschwestern, Lehrer, Sozialarbeiter), werden geschult, um unter der Supervision zentral organisierter approbierter Psychotherapeuten eine weitere Untersuchung in Form eines strukturierten Interviews durchzuführen und niederschwellig evidenzbasierte und robuste Interventionsmodule durchzuführen. Schwer zu beurteilende oder komplexe und therapierefraktäre Fälle werden an lokale Psychotherapeuten/Psychiater, stationäre Einrichtungen oder an entsprechend spezialisierte Behandlungszentren überwiesen. Diese humanitären Angebote basieren auf den Menschenrechtskonventionen und sichern den Schutz, die Freiheit und Würde der Personen.

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