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Publiziert am: 09.03.2025
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Perioperative Lagerung des Patienten
Verfasst von: Stefan Kleinschmidt
Die Lagerung des Patienten ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit für Operateur und Anästhesisten im Sinne einer „horizontalen Arbeitsteilung“. Da durch die Lagerung bleibende Schädigungen wie z. B. Nervenschäden oder Erblindung entstehen können, muss diese sorgfältig durchgeführt und dokumentiert werden.
Allgemeine Aspekte und fachspezifische Verantwortung
Die Lagerung des Patienten ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit für Operateur und Anästhesisten im Sinne einer „horizontalen Arbeitsteilung“. Die Narkoseeinleitung erfolgt, von begründbaren seltenen Ausnahmen abgesehen, in Rückenlage. Danach wird der Patient für die Operation gelagert. Da durch die Lagerung bleibende Schädigungen wie z. B. Nervenschäden oder Erblindung entstehen können, muss diese sorgfältig durchgeführt und dokumentiert werden. Es wird dringend empfohlen, den Patienten über mögliche Lagerungsschäden schriftlich aufzuklären (Auerhammer 2008). Dabei sind zur Verhinderung von Lagerungsschäden folgende Anforderungen zu stellen (Biermann 2010):
Vermeidung unphysiologischer Bewegungen, insbesondere des Kopfes und der Extremitäten mit Überstreckung von Gelenken,
Vermeidung von Druckstellen und Ansammlung von Flüssigkeiten (z. B. Hautdesinfektionsmittel),
sichere Anbringung von Lagerungshilfen und Sicherheitsgurten,
sichere elektrische Isolierung des Patienten auf dem OP-Tisch ohne Metallberührung.
Vereinbarungen der jeweiligen Berufsverbände zu den Verantwortlichkeiten (Ulsenheimer 2002)
Der Anästhesist trägt die Verantwortung bis zur definitiven Operationslagerung.
Die Operationslagerung sowie etwaige intraoperative Umlagerungsmanöver ergeben sich naturgemäß aus den operativen Besonderheiten. Sollten von Seiten des Anästhesisten Bedenken bestehen, da bestimmte Lagerungen z. B. kardiovaskuläre oder pulmonale Komplikationen hervorrufen können, so muss dies dem Operateur mitgeteilt werden. Letztendlich trägt der Operateur die Verantwortung für erhöhte Lagerungsrisiken. Das Assistenzpersonal, z. B. Pflegekräfte, handelt hier in seinem Auftrag.
Der Anästhesist ist intraoperativ für die Lagerung der Extremitäten verantwortlich, die für die Narkoseführung notwendig sind („Infusionsarm“). Weiterhin muss er Sicherheitsmaßnahmen treffen, die sich aus einer besonderen Lagerung und einer Beeinträchtigung von Vitalfunktionen ergeben (z. B. Abdominalkompression bei Bauchlage mit möglicher Verminderung des venösen Rückstroms, Augenschutz in Bauchlage).
Nach Beendigung des Eingriffs und der Rücklagerung trägt der Anästhesist die Verantwortung, ebenso wie während der postoperativen Überwachung.
Die Organisation der Zusammenarbeit erfordert, dass die Aufgaben zwischen Operateur und Anästhesist präzise verteilt sind, wobei eine generelle Anweisung der leitenden Ärzte über Einzelheiten der Lagerung und deren Kontrolle empfohlen wird (Külzer et al. 2023), z. B. auf der Grundlage der dargelegten interdisziplinären Vereinbarungen. Es empfiehlt sich, dass eine ordnungsgemäße Lagerung (z. B. nach hausinterner SOP) wie auch eine repetitive Kontrolle dokumentiert wird.
Spezielle Lagerungen
Im Vergleich zur stehenden Position kommt es bei verschiedenen Lagerungen in erster Linie zu Änderungen kardiovaskulärer und pulmonaler Parameter. Diese physiologischen Veränderungen werden u. U. noch durch entsprechende Auswirkungen des Anästhesieverfahrens verstärkt.
Rückenlage und deren Modifikationen
Beim Wechsel in die Rückenlage nehmen mittlerer Blutdruck, Herzfrequenz und peripherer Gesamtwiderstand ab. Das Herzzeitvolumen kann zunehmen. Durch Erhöhung des intraabdominellen Drucks und Gabe von Muskelrelaxanzien kommt es zu einer Zwerchfellverschiebung nach kranial („Dorsokranialisierung“) mit Abnahme der funktionellen Residualkapazität und Atelektasenbildung. Weiterhin kann ein Kollaps der kleinen Luftwege mit Zunahme des intrapulmonalen Shunts auftreten, was zu Störungen der Oxigenierung führen kann.
Bauchlage und ihre Modifikationen (z. B. „Stufenlagerung“)
Durch die auftretende Erhöhung des intraabdominellen Drucks in Bauchlage bzw. durch das Anwinkeln der Beine bei der Stufenlagerung kann der venöse Rückfluss zum Herzen beeinträchtigt werden. Dadurch fällt der arterielle Blutdruck im Regelfall ab. Deshalb werden Thorax und Becken durch Kissen unterstützt, während die Bauchwand frei gelagert wird, damit kein Druck auf die V. cava inferior ausgeübt wird (Abb. 1).
Abb. 1
Bauchlagerung und Stufenlagerung. a Bei der Bauchlagerung werden Thorax und Becken durch Kissen unterstützt. Die Unterschenkel werden unterpolstert, um Druckschäden an Knie und Fußrücken zu vermeiden. Der Kopf wird in Mittelstellung oder möglichst nur leicht gedreht gelagert, Augen und Hals liegen frei. Hierfür eignen sich Gelkissen oder „Helmsysteme“. b Bei der Stufenlagerung ist auf eine verlässliche Seitenabstützung im Bereich der Beine und auf eine sichere dorsale Abstützung im Bereich des Gesäßes zu achten
Die Beweglichkeit des Zwerchfells wird in Bauchlage vermindert, sodass die Gefahr einer Atelektasenbildung mit Hypoxämie zunimmt.
Seitenlage und Modifikationen
Die Seitenlagerung wird hauptsächlich bei thoraxchirurgischen und urologischen Eingriffen (Nephrektomie) durchgeführt. Bei eröffnetem Thorax wird unter kontrollierter Beatmung die obere Lunge besser belüftet und die unten liegende Lunge besser durchblutet.
Bei der „Nephrektomielagerung“ ist zu beachten, dass die ventrale Lagerungsstütze auf Höhe der Crista iliaca angebracht wird. Andernfalls sind Behinderungen des venösen Rückstroms durch Kompression der V. cava möglich.
Bei der Seitenlagerung wird der Thorax durch ein flaches Kissen unterstützt, um Druck auf den unten liegenden Arm zu verhindern. Alternativ kann eine Unterlage verwendet werden, in die eine Rinne für den unten liegenden Arm eingearbeitet wurde. Der Kopf des Patienten wird in der Körperlängsachse auf einem Kissen gelagert. Auch Ellbogen, Knie und Fußknöchel werden durch Kissen vor Druckschäden geschützt (Abb. 2).
Abb. 2
Seitenlagerung. Hier wird der Thorax durch ein meist flaches Kissen unterstützt, um Druck auf den unten liegenden Arm zu verhindern. Der Kopf des Patienten wird entsprechend der Körperlängsachse auf einem Kissen gelagert. Weitere Kissen zwischen den Knien und unter Ellbogen und Fußknöcheln sollen dort Druckschäden vermeiden
Steinschnittlagerung und extreme perineale Steinschnittlage nach Young
Hierbei werden die Beine in Hüft- und Kniegelenk in Beugung, Rotation und Abduktion gelagert. In Ergänzung zu den physiologischen Veränderungen in Rückenlage nimmt das intrathorakale Blutvolumen zu, das venöse Gefäßvolumen in den Beinen dagegen ab. Diese Volumenverschiebung kann bis zu 500 ml betragen.
Beach-Chair-Lagerung
Durch die der „sitzenden Position“ ähnelnde Lagerung kann es insbesondere bei einer präoperativ nicht erkannten Hypovolämie zu Blutdruckabfällen kommen (beachte: RR-Messung auf Höhe des Meatus acusticus). Durch eine zu starke Flexion im Hüftgelenk ist eine weitere Reduktion des arteriellen und venösen Blutflusses möglich bzw. sehr wahrscheinlich. Insbesondere atherosklerotische Patienten mit einer eingeschränkten Autoregulation können durch die lagerungsbedingte Hypotonie gefährdet werden, da z. B. die koronare oder zerebrale Perfusion kritisch vermindert sein kann (Abb. 3). Diese Hypoperfusion kann auch die Ursache für einen postoperativen Visusverlust sein, wie er in der Literatur nach Eingriffen in der Beach-Chair-Position beschrieben ist (Shmygalev und Heller 2011).
Abb. 3
Beach-Chair-Lagerung. Wichtig ist die Unterstützung im Kopf- und Thoraxbereich („Helm“ und seitlicher Thorax). Kritische Druckstellen im Bereich der Arme (z. B. des N. ulnaris) müssen durch Kissen abgepolstert werden; auf eine zu starke Flexion im Hüftgelenk ist zu verzichten, um den N. ischiadicus nicht zu überdehnen. Das Gesäß ist sicher zu positionieren und darf nicht zum „Abrutschen“ des Patienten führen
Cave
Bei der Flachlagerung der Beine nach Beendigung des Eingriffs kann es bei abrupter Lageänderung zu einem Blutdruckabfall kommen.
Lagerungsschäden
In Abhängigkeit von der Art der Lagerung können verfahrenstypische Lagerungsschäden auftreten. Eine exakte Aussage über die Häufigkeit von Lagerungsschäden ist schwer zu treffen. Die Inzidenz wird mit etwa 50 pro 10.000 Anästhesien angegeben; davon entfallen etwa 15–20 % auf Nervenschädigungen (Auerhammer 2008; Grant et al. 2019). Typische Risikostrukturen für das Auftreten von Lagerungsschädigungen sind Haut, Gelenke und Bänder, Augen, Gefäße und periphere Nerven.
Verletzungen von Haut, Haaren, Weichteilen, Gelenken, Bändern und Knochen
Durch die Drehung des Patienten in Bauchlage oder Seitenlage sind v. a. der Kopf, die gesamte Wirbelsäule, der Schultergürtel und die Hüftgelenke gefährdet.
Durch eine Muskelrelaxation wird der Schutz gegen eine Überdehnung der Bänder und Gelenke vermindert. Lange Operationszeiten erhöhen das Risiko für Druckschädigungen der Haut, insbesondere bei Patienten mit schlechtem Haut- und Ernährungszustand.
Bei Patienten mit degenerativen Gelenkerkrankungen, Gelenkprothesen oder Osteoporose muss auf eine besonders sorgfältige Lagerung mit entsprechender Abpolsterung zur Vermeidung punktueller Gewebe- und Knochenbelastungen geachtet werden. Prädisponierende Faktoren sind: Kachexie, Durchblutungsstörungen, Kontrakturen, Diabetes mellitus, Hypotonie, Hypothermie und anatomische Variationen.
Weiterhin besteht die Gefahr der (temporären) Alopezie insbesondere bei Verwendung von Kopfstützen oder Kopfringen bei längerer Immobilisation des Kopfs. Begünstigend für die Entstehung einer Alopezie kann – neben den bereits genannten Risikofaktoren – eine intraoperative Hypotension und Hypoxämie sein (Goodenough et al. 2014). Bei über mehrere Stunden dauernden Operationen sollte die Aufliegestelle des Kopfes 1- bis 2-stündlich leicht geändert werden.
In jüngster Vergangenheit werden operativ zunehmend bevorzugt Vakuummatratzen verwendet, um Patienten auch bei Extremlagerungen, z. B. bei laparoskopischen Eingriffen, stabilisiert lagern zu können. Hier ist besondere Vorsicht geboten: Zwar liegt der Patient in der evakuierten Vakuummatratze gut stabilisiert, die Matratze ist aber hart und kann bei langer Anwendungsdauer zu lokalen Hautirritationen führen. Darüber hinaus kann ein minimales Rutschen des Patienten in Extremlagerung – was nicht immer zu verhindern ist – zu Druckstellen an Haut, Weichteilen und Nervenstrukturen führen. Dies ist bei der generellen Verwendung und auch bei der individuellen Anmodulierung der Vakuummatratze zu bedenken.
Bei Patienten mit einer bekannten Bewegungseinschränkung ist eine präoperative Untersuchung mit Dokumentation der Gelenkbeweglichkeit erforderlich, um in Narkose eine tolerable Lagerung vornehmen zu können. Im Einzelfall kann es erforderlich sein, mit dem Patienten die Lagerung vor Narkoseeinleitung zu simulieren, um das mögliche Bewegungsausmaß feststellen zu können.
Kompartmentsyndrome sind Zustände, bei denen die Zirkulation und die Gewebefunktion in einem abgeschlossenen Raum durch einen erhöhten Druck beeinträchtigt werden. Sie können in Schulter, Unterarm, Gesäß und Unterschenkel als Schwellung, Parästhesien und Hypästhesien in Erscheinung treten. Insbesondere begünstigt eine lange OP-Dauer die Entstehung von Kompartmentsyndromen, die intraoperativ durch das Anästhesieverfahren „verdeckt“ werden können. Besteht ein Kompartmentsyndrom über längere Zeit und wird es als solches nicht erkannt, so besteht die Gefahr schwerwiegender Schädigungen wie Defektheilung mit Sensibilitätsstörungen oder Kontrakturen.
Augenschäden
Verschlechterung des Visus bis hin zur totalen Blindheit ist eine zwar sehr seltene, aber auch sehr schwerwiegende Komplikation. Die Inzidenz der Erblindung nach Operationen wird zwischen 0,001 % und 0,02 % angegeben (Shmygalev und Heller 2011). Die häufigste Ursache einer postoperativen Blindheit ist offenbar weniger eine direkte mechanische Kompression des Auges als vielmehr die ischämische Optikusneuropathie (Külzer et al. 2023; Shmygalev und Heller 2011). Risikoeingriffe hierfür sind v. a. Operationen in Bauchlage, z. B. Wirbelsäuleneingriffe, sowie kardiochirurgische Operationen unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine bei Patienten über 50 Jahren (American Society of Anesthesiologists 2019). Weithin kann auch ein direkter Druck auf den Bulbus zur Zentralarterienthrombose der Retina führen. Die wichtigsten Präventivmaßnahmen sind die Vermeidung externen Drucks auf den Bulbus durch Verwendung speziell gepolsterter, z. B. hufeisenförmiger Lagerungshilfen, weiterhin vermutlich eine Blutdruckstabilität bei Patienten in Bauchlage oder an der Herz-Lungen-Maschine.
Schließlich kann es perioperativ auch zu Hornhautschädigungen kommen. Wichtigste Ursachen sind eine verminderte Tränenproduktion in Narkose sowie direkte mechanische Irritationen, u. a. durch die Beatmungsmaske oder wenn sich der Patient in der Aufwachphase selbst in den Augen reibt. Prophylaktische Maßnahme ist die Applikation klarer Augensalbe unmittelbar nach der Narkoseeinleitung und anschließendes Verkleben mit einem Papierpflaster.
Schäden peripherer Nerven und des Nervenplexus
In Rückenlage sind Schädigungen des Plexus brachialis und weiter peripher der Nn. ulnaris, medianus und radialis möglich. Wesentliche Ursachen für eine Schädigung dieser Nerven sind Zug, direkte Kompression (z. B. durch Halsrippen, axilläre Abstützrolle), metabolische Störungen (z. B. Diabetes mellitus) sowie eine Minderperfusion (American Society of Anesthesiologists 2018).
In jedem Fall sollen Abduktionsstellungen des Arms über 90° hinaus vermieden werden, um unkalkulierbare Dehnungen des Plexus brachialis zu vermeiden (Abb. 4). Eine Abduktion in Kombination mit einer Außenrotation des Arms sollte möglichst unterbleiben.
Abb. 4
Armlagerung. Eine Abduktionsstellung des Arms über 90° muss vermieden werden, um eine Dehnung des Plexus brachialis zu verhindern. Weiterhin ist darauf zu achten, dass kein Druck auf den N. ulnaris ausgeübt wird, am besten durch Lagerung des ganzen Arms auf einem Gelkissen
Bei Steinschnittlagerungen ist der N. ischiadicus durch Überdehnung und Ischämie gefährdet, ebenso in der Beach-Chair-Position bei zu starker Flexion im Hüftgelenk (Auerhammer 2008), weiterhin der N. peronaeus bei Steinschnittlagerungen durch Druck der Beinschalen in Höhe des Fibulaköpfchens (Abb. 5). In sehr seltenen Fällen kann durch eine temporäre Hyperextension im Hüftgelenk eine „Meralgia paraesthetica“ durch Schädigung des N. cutaneus femoris lateralis auftreten (Brandt et al. 2022). Weiterhin sind bei der Steinschnittlagerung auch Druck- und Dehnungsschäden peripherer Nerven an der oberen Extremität möglich, insbesondere bei der Anwendung von Schulterstützen zur Verbesserung der Lagerungsstabilität (z. B. bei der kombinierten Steinschnitt-Trendelenburg-Lagerung). Auch hier begünstigt eine lange OP-Dauer das Auftreten dieser Schädigungen.
Abb. 5
Steinschnittlagerung. Folgende Nerven sind gefährdet: der N. ischiadicus durch Überdehnung und Ischämie und der N. peronaeus durch Druck der Beinschalen in Höhe des Fibulaköpfchens. Falls Fußhalterungen verwendet werden, darf auf den Fußrücken oder im Bereich der Fußknöchel kein Druck ausgeübt werden
Die Prognose der verschiedenen Nervenschädigungen ist sehr variabel und reicht von rascher Erholung bis zu bleibenden Lähmungen oder Parästhesien. Die Kenntnis der Risikofaktoren (z. B. bestimmte operative Eingriffe, Vermeidung einer länger dauernden Hypotension) sowie eine engmaschige intraoperative Überprüfung der Lagerung können helfen, Nervenschädigungen zu vermeiden oder zu minimieren. In jedem Fall sollten mögliche Lagerungsschäden zeitnah dokumentiert und dann unter Hinzuziehung eines neurologischen Konsiliarius diagnostiziert und therapiert werden. Der Patient ist hierüber aufzuklären und postoperativ engmaschig weiter zu betreuen.
Literatur
American Society of Anesthesiologists (2018) Practice advisory for the prevention of perioperative peripheral neuropathies 2018. An updated report. Anesthesiology 128:11–26CrossRef
American Society of Anesthesiologists (2019) Practice advisory for perioperative visual loss associated with spine surgery 2019. Anesthesiology 130:12–30CrossRef
Auerhammer J (2008) Lagerung des Patienten zur Operation. Anaesthesist 57:1107–1126CrossRefPubMed
Biermann E (2010) Beweislast bei Lagerungsschäden. Anaesthesiol Intensivmed 51:503–506
Brandt L, Albert S, Brandt KL (2022) Meralgia paraesthetica als Lagerungsschaden. Kein voll beherrschbares Risiko. Anaesthesiologie 71:858–864PubMed
Goodenough J, Highgate J, Shaabon H (2014) Under pressure? Alopecia related to surgical duration. Br J Anaesth 113:306–307CrossRefPubMed
Grant I, Brovman EY, Kong D et al (2019) A medicolegal analysis of position related perioperative nerve injuries occurring between 1996 and 2015. J Clin Anaesth 58:84–90CrossRef
Külzer M, Weigand MA, Pepke W et al (2023) Anästhesie bei Wirbelsäulenoperationen. Anaesthesiologie 72:143–154CrossRefPubMed
Shmygalev S, Heller A (2011) Erblindung nach nichtophthalmologischen Eingriffen. Anaesthesist 60:683–694CrossRefPubMed
Ulsenheimer K (2002) Klare Lagerungsverantwortlichkeiten bringen mehr Sicherheit. Anästhesist 51:165CrossRef
Weißauer W (2002) Abgrenzung der Verantwortung für die operative Lagerung des Patienten und Haftung für Lagerungsschäden. Anästhesist 51:166–174CrossRef