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01.02.2016 | Schwerpunkt: Uropathologie | Ausgabe 1/2016

Der Pathologe 1/2016

Intraduktales Karzinom der Prostata

Zeitschrift:
Der Pathologe > Ausgabe 1/2016
Autoren:
Prof. Dr. G. Kristiansen, M. Varma, G. Seitz

Zusammenfassung

Bei vielen Tumorentitäten, insbesondere der Mamma, versteht man unter einem intraduktalen Karzinom eine Vorläuferläsion, die fakultativ der Entstehung eines invasiven Karzinoms vorausgeht. Gerade auch in der Mammadiagnostik spielen Angaben zur Ausdehnung und Beschaffenheit einer intraduktalen Tumorkomponente neben den Parametern des invasiven Karzinoms seit jeher eine besondere, die Therapieplanung modulierende Rolle. Anders verhält es sich bei der Prostata, bei der der gleiche Begriff zwar existiert und von wenigen seit längerem propagiert, aber dennoch selten und uneinheitlich verwendet wird. Dies liegt zum einen sicher in den vereinfachten Therapieoptionen des Prostatakarzinoms, bei dem fokale und organerhaltende Therapien eine bislang noch untergeordnete Rolle spielen, sicher aber auch in der erheblichen Interobservervariabilität und dem uneinheitlichen Verständnis des intraduktalen Karzinoms. Dieser kleine Artikel will eine Übersicht über die gegenwärtige Literatur zum Thema geben und erläutern, warum es sich lohnt, diese Läsion zu diagnostizieren. Im Gegensatz zur Mamma stellt das intraduktale Karzinom bei der Prostata ganz überwiegend eine postinvasive Läsion dar, bei der ein dazu geeigneter, zumeist aggressiver Tumor in das präexistente Gangsystem einbricht. Seltener scheint es sich jedoch auch um eine echte Vorläuferläsion handeln zu können.

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