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21.07.2020 | Katarakt | Originalien

Rückrechnung des Keratometerindex – Welcher Wert wäre bei der Kataraktchirurgie richtig gewesen?

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe
Autoren:
Prof. Dr. Achim Langenbucher, Philipp Eberwein, Ekkehard Fabian, Nóra Szentmáry, Johannes Weisensee

Zusammenfassung

Hintergrund und Zielsetzung

In der klinischen Routine wird die Umrechnung von Hornhautradien in Brechwerte mit einem Keratometerindex selten hinterfragt. Ziel dieser Studie war es, bei pseudophaken Augen aus der biometrischen Vermessung, dem Linsenbrechwert sowie der Refraktion den Keratometerindex zurückzurechnen und mit etablierten Keratometerindizes zu vergleichen.

Patienten und Methoden

In dieser retrospektiven Fallserie wurden 99 Augen von 99 Patienten ohne Pathologien/Vorerkrankungen oder vorausgegangene operative Eingriffen mit Ausnahme der Kataraktoperation eingeschlossen, die eine CT Asphina 409M(P) (Carl-Zeiss Meditec, Berlin, Deutschland)-Intraokularlinse erhalten hatten (Operateure EF und PE). Aus der optischen Biometrie (IOLMaster 700, Carl-Zeiss Meditec, Jena, Deutschland) wurden die Augenlänge, die pseudophake Vorderkammertiefe und Linsendicke sowie der Krümmungsradius der Hornhaut entnommen. Die Refraktion wurde subjektiv mit Messbrille (Messdistanz 5 m) und Autorefraktometrie (iProfiler, Carl-Zeiss, Jena, Deutschland) erfasst. Drei Augenmodelle wurden angesetzt: dünne Linse mit nominellem Brechwert in der Äquatorebene (Modell A) oder der bildseitigen Hauptebene (Modell B der dicken Linse) und Berücksichtigung der Intraokularlinse als dicke Linse an ihrer biometrisch gemessenen Position (Modell C).

Ergebnisse

Aus der Rückrechnung des Keratometerindex auf der Basis einer Vergenzformel ergab sich auf der Basis der subjektiven Refraktion unter Berücksichtigung der Refraktionsmessdistanz für Modell A/B/C ein Wert von 1,3307 ± 0,0026/1,3312 ± 0,0026/1,3320 ± 0,0027. Mit der objektiven Refraktion (Autorefraktometer kalibriert auf Objektentfernungen in Unendlich) resultierte für Modell A/B/C ein Wert von 1,3301 ± 0,0021/1,3306 ± 0,0021/1,3315 ± 0,0021. Der Keratometerindex zeigte für alle 3 Modelle sowie für beide Refraktionsverfahren keine Abhängigkeit (lineare Regression) von der Augenlänge oder dem Hornhautradius.

Schlussfolgerungen

Der ermittelte Keratometerindex stimmt sehr gut mit dem etablierten Zeiss-Index (1,332) überein, weicht jedoch deutlich von anderen etablierten Indizes, wie z. B. dem Javal-Index (1,3375), ab. Der fehlende Trend bezüglich Augenlänge oder Hornhautradius deutet darauf hin dass der hier ermittelte Keratometerindex von knapp unter 1,332, sich sehr gut eignet, um mit der Vergenzformel für dünne oder dicke Linsen ohne weitere Korrekturterme Intraokularlinsen zu berechnen, bei denen die effektive Linsenposition mit der physikalischen Position übereinstimmt.

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