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28.11.2016 | Originalien | Ausgabe 2/2017

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie 2/2017

Körperhaltungen und Bewegungen bei typischen Friseurtätigkeiten

Machbarkeitsstudie zur messtechnischen Analyse

Zeitschrift:
Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie > Ausgabe 2/2017
Autoren:
D. Kitzig, U. Hoehne-Hückstädt, S. Freitag, U. Glitsch, G. Schedlbauer, R. Ellegast, A. Nienhaus

Zusammenfassung

Einleitung

Friseure haben häufig Muskel-Skelett-Beschwerden an Armen, Händen und am Rücken. Um die Ursachen zu untersuchen und Präventionsmaßnahmen abzuleiten, wurde eine Machbarkeitsstudie zur messtechnischen Analyse der Körperhaltungen und Bewegungen während der Haupttätigkeiten einer Friseurin durchgeführt.

Material und Methoden

Eine Friseurmeisterin frisierte drei weibliche Modelle, wobei bei allen Modellen die gleichen Haupttätigkeiten „Schneiden“, „Färben“, „Föhnen“ und „Waschen“ auszuführen waren. Sie trug das personengebundene Messsystem CUELA (computerunterstützte Erfassung und Langzeitanalyse), das die Bewegungen und Haltungen des Rumpfes und des Schulter-Hand-Arm-Systems aufzeichnete. Die Begleitung der Messungen mit einer Videokamera erlaubte eine Zuordnung der Messdaten zu den Tätigkeiten. Die dem CUELA-System zugehörige Software WIDAAN (Winkel-Daten-Analyse) ermöglicht mit Hilfe einer animierten Computerfigur die Darstellung aller Messwerte, die zudem in Winkel-Zeit-Diagrammen veranschaulicht werden. Die Gelenkstellungen wurden im Hinblick auf unterschiedliche Belastungsfaktoren untersucht: den prozentualen Zeitanteil und statische Haltephasen außerhalb der Neutralstellung sowie Repetition.

Ergebnisse

Physische Belastungen waren hauptsächlich durch Gelenkstellungen in nichtneutralen Winkelbereichen sowie Repetitionen bedingt. Besonders belastete Körperregionen sind Schultern, Rücken und Hände. Die Friseurin arbeitete mit angehobenen Armen und führte repetitive Bewegungen in Schulter- und Handgelenken aus. Zudem traten ungünstige Oberkörperneigungen nach vorne und nach hinten mit anteiligen statischen Haltephasen auf.

Schlussfolgerungen

Die Tätigkeitsanalyse war praktisch durchführbar und lieferte valide Daten zu physischen Belastungen bei Friseuren. Während der Haupttätigkeiten stellen besonders Gelenkstellungen in nichtneutralen Winkelbereichen und repetitive Bewegungen der oberen Extremitäten sowie vor- und zurückgeneigte Oberkörperhaltungen Belastungsschwerpunkte dar. Künftige messtechnische Arbeitsplatzuntersuchungen werden weitere objektive Daten zu Körperhaltungen und Bewegungen von Friseuren liefern und damit dazu dienen, tätigkeitsspezifische Belastungsprofile zu erstellen. Hieraus abgeleitete Präventionsmaßnahmen werden einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz von Beschäftigten im Friseurhandwerk leisten.

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