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02.11.2017 | Multiples Myelom | Schwerpunkt: Was ist gesichert in der Therapie?

Multiples Myelom

Was ist gesichert in der Therapie?

Zeitschrift:
Der Internist
Autoren:
Dr. M.-A. Baertsch, Prof. Dr. H. Goldschmidt

Zusammenfassung

Das multiple Myelom (MM) ist eine maligne Neoplasie terminal differenzierter B‑Zellen, der Plasmazellen, und primär im Knochenmark lokalisiert. Das klinische Bild im symptomatischen Stadium des MM ist gekennzeichnet durch Osteolysen, Anämie, Nierenfunktionseinschränkung und/oder Hyperkalzämie. Liegen solche MM-bedingten Endorganschäden vor, besteht eine dringliche Therapieindikation. Darüber hinaus wird heutzutage die Therapiepflichtigkeit des MM bereits anhand von Biomarkern definiert, sodass eine Therapie vor dem Eintreten von Endorganschäden eingeleitet werden kann. Die Primärtherapie basiert auf Proteasominhibition und Immunmodulation – bei geeigneten Patienten nach wie vor in Kombination mit Hochdosischemotherapie und autologer Stammzelltransplantation. Daneben haben Radiotherapie und orthopädische Chirurgie einen festen Stellenwert in der Behandlung lokaler Skelettkomplikationen. Zur Therapie des Rezidivs wurden in Europa in den vergangenen beiden Jahren fünf neue Wirkstoffe zugelassen. Dies sind einerseits Proteasominhibitoren der zweiten Generation (Carfilzomib, Ixazomib) und andererseits Vertreter neuer Wirkstoffklassen, nämlich monoklonale Antikörper (Daratumumab, Elotuzumab) und ein Histon-Deacetylase-Inhibitor (Panobinostat). So stehen nun verschiedene Dreifachkombinationen zur Verfügung, die die etablierten Regime Lenalidomid/Dexamethason und Bortezomib/Dexamethason mit jeweils einem neu zugelassenen Wirkstoff kombinieren und zu einer signifikanten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens führen. Das mittlere Gesamtüberleben von Patienten mit multiplem Myelom konnte seit der Jahrtausendwende bei guter Lebensqualität verdoppelt werden.

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