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01.06.2016 | Übersichten | Ausgabe 2/2016 Open Access

Somnologie 2/2016

Non-24: eine unterschätzte zirkadiane Schlafstörung bei Blinden

Zeitschrift:
Somnologie > Ausgabe 2/2016
Autoren:
Prof. Ingo Fietze, Christoph Nissen, Thomas Erler, Peter Young
Wichtige Hinweise
Ein Erratum zu diesem Beitrag ist unter http://​dx.​doi.​org/​10.​1007/​s11818-016-0065-5 zu finden.

Zusammenfassung

Die Nicht-24-Stunden-Schlaf-Wach-Störung, kurz Non-24, ist eine sehr seltene zirkadiane Rhythmusstörung. Sie kommt jedoch bei der Mehrzahl der völlig blinden Personen aufgrund der fehlenden Lichtempfindung als Zeitgeber für die Adjustierung ihres zirkadianen Schrittmachers, der inneren Uhr, vor. Bis zu 70 % der vollblinden Personen müssen damit leben, dass ihr intrinsischer zirkadianer Rhythmus nicht mit dem 24-Stunden-Tag der Umgebung synchronisiert ist. Die meisten passen sich den sozialen und beruflichen Anforderungen und damit dem regulären 24-stündigen Tag an, obwohl ihr innerer zirkadianer Rhythmus von Schlafen und Wachen nicht dem 24-Stunden-Rhythmus folgt. Schlafstörungen und exzessive Tagesschläfrigkeit sind die Folge. Da die Phasen des 24-Stunden-Tages und ihres endogenen zirkadianen Rhythmus zyklisch zum Teil parallel und dann wieder auseinanderlaufen, sind die Symptome auch zyklisch ab- und zunehmend. Klinisches Bild ist eine intermittierend ausgeprägte Schlafstörung. Diese Besonderheiten einer zyklischen Schlafstörung, verursacht durch eine Non-24-Rhythmik, sind selbst Schlafmedizinern häufig nicht bekannt. Die Diagnose von Non-24 umfasst eine ausführliche Schlafanamnese, einen spezifischen Fragebogen und ein mindestens zweiwöchiges Schlaftagebuch, möglichst mit Aktigraphie und eventuell einer Polysomnographie zur Differenzialdiagnostik. Derzeit basiert die symptomatische Behandlung einer Insomnie oft auf der Anwendung von Hypnotika oder Psychopharmaka und die der Tagesmüdigkeit auf Stimulanzien. Melatonin ist eine Behandlungsoption, in Deutschland aber nicht für die Synchronisation des Schlaf-Wach-Rhythmus zugelassen. Tasimelteon, ein Melatoninrezeptoragonist, der in der EU kürzlich speziell für Non-24 zugelassen wurde, stellt einen kausalen Therapieansatz für Non-24 bei vollblinden Patienten dar. Die Therapie mit Tasimelteon ist in der Lage, einen nicht-synchronisierten intrinsischen zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmus an den 24-Stunden-Tag anzupassen.

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