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01.08.2015 | Trends und Medizinökonomie | Ausgabe 8/2015

Der Anaesthesist 8/2015

Perioperatives Wärmemanagement in Abhängigkeit von der Krankenhausgröße in Deutschland

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 8/2015
Autoren:
MaHM Dr. R.M. Waeschle, S.G. Russo, B. Sliwa, F. Bleeker, M. Russo, M. Bauer, A. Bräuer

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Verbesserung von Versorgungsqualität und Patientensicherheit bei gleichzeitiger Kostenminimierung ist eine zentrale Aufgabe des Gesundheitssystems. Diese Aufgabe bedeutet in der Funktionseinheit OP u. a. die Vermeidung einer perioperativen Hypothermie bei den Patienten aufgrund der damit verbundenen verschiedensten Nebenwirkungen, der verlängerten Liegedauer und der erhöhten Behandlungskosten. Aufgrund dieser sowohl medizinischen als auch ökonomischen Bedeutung wurde Ende 2014 die „S3-Leitlinie ‚Vermeidung von perioperativer Hypothermie‘ 2014“ veröffentlicht.

Ziel der Arbeit

Die Anwendungsrealität des Wärmemanagements an deutschen Krankenhäusern in Abhängigkeit von der Klinikgröße – gemessen an der Bettenzahl – soll dargestellt und analysiert werden.

Material und Methode

Basierend auf den Daten einer Onlineumfrage unter allen Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) zur Anwendungsrealität des perioperativen Wärmemanagements wurde eine Subgruppenanalyse nach Krankenhausgröße durchgeführt. Abgefragt wurden die strukturellen und die organisatorischen Gegebenheiten der Wärmetherapie, die praktische Umsetzung von Temperaturmessung und Wärmetherapie sowie der Entwicklungsstand klinischer Standards („standard operating procedure“, SOP) und der Weiterbildungsveranstaltungen zu diesem Thema.

Ergebnisse

Bei der vergleichenden Analyse der Strukturqualität waren insbesondere die Möglichkeiten der Temperaturmessung und die Vorhaltung von Wärmegeräten als Grundausstattung an verschiedenen Anästhesiearbeitsplätzen außerhalb des OP sehr unterschiedlich verteilt. Die Verfügbarkeit nahm mit der Krankenhausgröße zu. Das Gleiche gilt für das Vorliegen von SOP und die Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen. Hinsichtlich der Prozessqualität zeigten sich ebenfalls deutliche Unterschiede bei der Häufigkeit der Vorwärmung von Patienten und der intraoperativen Temperaturmessung. Auch hier nahm die Häufigkeit mit steigender Krankenhausgröße zu.

Schlussfolgerung

Zusammenfassend ergaben sich deutliche Unterschiede in verschiedenen Aspekten des perioperativen Wärmemanagements in Abhängigkeit von der Krankenhausgröße. Das größte Verbesserungspotenzial weisen die kleineren Krankenhäuser auf. Dieser Weiterentwicklungsbedarf findet sich v. a. bei der Ausstattung der peripheren Anästhesiearbeitsplätze, der Mitarbeiterschulung, der Implementierung entsprechender SOP und bei der Vorwärmung der Patienten.

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