Zum Inhalt
Die Chirurgie

Verbreitung von Fast-Track-Konzepten in Deutschland

  • 23.09.2022
  • Pflege
  • Originalien
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Fast-Track-Konzepte haben die perioperative Betreuung von Patienten in den letzten 30 Jahren grundlegend verändert. Evidenz für diese Konzepte ist ausreichend vorhanden.

Ziel der Arbeit

Ziel dieses Artikels war es, die Verbreitung von Fast-Track-Konzepten in Deutschland anhand von Routinedaten zu evaluieren.

Material und Methoden

Es wurde eine retrospektive Analyse aller kolorektalen Resektionen der Helios-Kliniken der Jahre 2016 bis 2021 durchgeführt. Diese wurden bezüglich Krankenhausverweildauer, Intensivbelegung, Beatmungsanteil, Mortalität, Komplikationsrate und Zugangsweg analysiert.

Ergebnisse und Diskussion

Eine intensivmedizinische Belegung nach kolorektalen Resektionen ist in Deutschland weiterhin die Regel. Insbesondere bei onkologischen kolorektalen Resektionen werden nach wie vor zwei Drittel der Patienten perioperativ intensivmedizinisch betreut. Die stationäre Liegedauer bei kolorektalen Resektionen ist im internationalen Vergleich weiter überdurchschnittlich lang und auch über die letzten Jahre nur langsam rückläufig (z. B. Kolonkarzinom 2016: 18,6 ± 11,9 Tage/2021: 13,8 ± 9,3). Der Anteil offen-chirurgischer kolorektaler Eingriffe ist rückläufig, macht aber auch 30 Jahre nach Einführung der Laparoskopie einen relevanten Anteil aus (z. B. Kolonkarzinom 2016: 71,10 %/2021: 56,44 %). Die Versorgung von Patienten mit kolorektalen Resektionen scheint demnach weiterhin nicht nach Fast-Track-Prinzipen umgesetzt zu sein.
Titel
Verbreitung von Fast-Track-Konzepten in Deutschland
Verfasst von
Dr. med. Franziska Koch, MBA
Sven Hohenstein
Andreas Bollmann
Ralf Kuhlen
Jörg-Peter Ritz
Publikationsdatum
23.09.2022
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Chirurgie / Ausgabe 12/2022
Print ISSN: 2731-6971
Elektronische ISSN: 2731-698X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00104-022-01727-3
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu im Fachgebiet Chirurgie

Obstruktive Parotitis: Bringt eine Gangdilatation die gewünschte Erleichterung?

Ist eine Speichelgangsblockade und die damit verbundene Sialadenitis nicht durch Steine bedingt, wird oftmals versucht, die Symptomatik zu lindern, indem man den Gang mechanisch weitet. Ein aktuelles Review kann den Eingriff als chancenreiches Verfahren bestätigen und deckt gleichzeitig Schwächen auf.

Video

S2e-Leitlinie Hallux valgus

Mehr als eine Million Menschen in Deutschland leiden unter Hallux valgus – eine Fehlstellung des Großzehs, die je nach Schweregrad und Symptomen behandelt wird. Welche neuen Empfehlungen die aktualisierte S2e-Leitlinie bietet, erklärt der Orthopäde Prof. Sebastian Baumbach im MedTalk Leitlinie KOMPAKT der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie.

MedTalk Leitlinie KOMPAKT

Krankenkassen erklären sich bereit, therapeutische Wundprodukte weiterhin zu erstatten

  • 05.12.2025
  • EBM
  • Nachrichten

Aktuell gesteigertes Regressrisiko bei der Verordnung therapeutischer Wundauflagen? Vielerorts signalisieren Kassen und KVen schon Entwarnung.

Hyperparathyreoidismus: Operation kann vor Diabetes schützen

Ein chirurgischer Eingriff kann für Patienten mit primärem Hyperparathyreoidismus gegenüber dem konservativen Management metabolisch von Vorteil sein. Denn wie eine Studie zeigt, senkt die Operation das Diabetesrisiko.

Update Chirurgie

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Operation an der Hand/© karegg / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Versorgung einer infizierten Wunde bei diabetischem Fuß/© kirov1969 / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Narbe an Hals einer Frau nach Operation/© SusaZoom / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)