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Erschienen in: Der Ophthalmologe 1/2020

08.07.2019 | Originalien

Stand und Perspektiven registerbasierter Studien in der deutschen Augenheilkunde

verfasst von: Dr. med. M. Roth, C. Holtmann, D. Böhringer, R. P. Finger, N. Eter, B. Seitz, G. Geerling

Erschienen in: Die Ophthalmologie | Ausgabe 1/2020

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Zusammenfassung

Hintergrund und Ziele

Registerstudien geben einen Einblick in Diagnostik- und Behandlungsrealitäten außerhalb klinischer Studien. Sie sind einerseits für die Qualitätssicherung interessant, andererseits können explorative Analysen zur Identifikation möglicher Risiko- oder prognostisch relevanter Faktoren führen und Hypothesen generieren. In der deutschen Augenheilkunde gibt es aktuell relativ wenige aktive Registerstudien. Ziel dieser Umfrage ist es, die unterschiedliche Infrastruktur und insbesondere die möglichen Hürden bei der Etablierung und Durchführung von Registerstudien in der deutschen Augenheilkunde zu erfassen.

Methoden

Mittels eines Online-Fragebogens wurden Daten zur Beteiligung an Registerstudien zwischen September und Dezember 2018 erhoben. Die Umfrage richtete sich an alle Klinikleitungen und ärztlichen Mitarbeiter, die an Registerstudien in der Augenheilkunde beteiligt sind.

Ergebnisse

Von 45 Teilnehmern waren 18 in der Position der Klinikleitung, die übrigen waren Oberärzte (15), Fachärzte (2) oder Assistenzärzte (10). Nach Angaben der Klinikleitungen beteiligen sich pro Klinik durchschnittlich 2,5 (2,0; 3,5) Mitarbeiter an 2,0 (1,7; 3,0) Registerstudien. Die Höhe der durch die Klinikleitungen empfohlenen bzw. durch die Mitarbeiter gewünschten Aufwandsentschädigung unterscheidet sich signifikant (0,0 [0; 75] € [0–100] vs. 100,0 [50,0; 150,0] €; p = 0,0012). Als häufigste Hürden wurden der bürokratische Aufwand sowie die knappen Personalressourcen angegeben. Die Hälfte der befragten Klinikleitungen verfügt über ein separates Studienzentrum und verpflichten die an Studien beteiligten Mitarbeiter zu Good-clinical-practice(GCP)-Kursen. Ein Viertel der Kliniken erhält Unterstützung durch eine IT-Abteilung und/oder einen Statistiker.

Schlussfolgerung

Registerstudien sind ein wichtiges Instrument in der ophthalmologischen Forschung, und deren Stellenwert nimmt auch in Deutschland immer weiter zu. Die Einigung auf nationale Standards würde die Etablierung deutlich erleichtern.
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Literatur
3.
Zurück zum Zitat Nagel G, Erdmann F, Heier M, Meisinger C, Mayer B, Fallah M (2017) Registerbasierte Studien: Potenziale noch nicht ausgeschöpft. Dtsch Arztebl Int 114(18):1345–1353 Nagel G, Erdmann F, Heier M, Meisinger C, Mayer B, Fallah M (2017) Registerbasierte Studien: Potenziale noch nicht ausgeschöpft. Dtsch Arztebl Int 114(18):1345–1353
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Zurück zum Zitat Zink A, Berlin DR (2017) Versorgungsrelevante Ergebnisse aus dem Rheuma-Register RABBIT. Schriftenr Interdiszip Plattf Nutzenbewert 5(7):36–64 Zink A, Berlin DR (2017) Versorgungsrelevante Ergebnisse aus dem Rheuma-Register RABBIT. Schriftenr Interdiszip Plattf Nutzenbewert 5(7):36–64
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Zurück zum Zitat Staeck F (2017) Das Potenzial von Registern ist groß, ihre langfristige Etablierung anspruchsvoll. Schriftenr Interdiszip Plattf Nutzenbewert 5:58–62 Staeck F (2017) Das Potenzial von Registern ist groß, ihre langfristige Etablierung anspruchsvoll. Schriftenr Interdiszip Plattf Nutzenbewert 5:58–62
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Metadaten
Titel
Stand und Perspektiven registerbasierter Studien in der deutschen Augenheilkunde
verfasst von
Dr. med. M. Roth
C. Holtmann
D. Böhringer
R. P. Finger
N. Eter
B. Seitz
G. Geerling
Publikationsdatum
08.07.2019
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Ophthalmologie / Ausgabe 1/2020
Print ISSN: 2731-720X
Elektronische ISSN: 2731-7218
DOI
https://doi.org/10.1007/s00347-019-0931-1

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