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09.01.2019 | Originalien

Wirkeffekte serieller Heiltorfbäder bei entzündlich-rheumatischen und degenerativen Erkrankungen

Zeitschrift:
Zeitschrift für Rheumatologie
Autoren:
Dr. med. Dipl.-Biol. G. Dischereit, J.-E. Goronzy, U. Müller-Ladner, S. Fetaj, U. Lange
Wichtige Hinweise

Redaktion

U. Müller-Ladner, Bad Nauheim
U. Lange, Bad Nauheim
Die Daten der vorliegenden Publikation der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Uwe Lange wurden mit dem Förderpreis der Boxberger-Stiftung Bad Kissingen 2016 ausgezeichnet, da sie Forschung in Bezug auf die medizinische Rehabilitation am Kurort und ortstypische Kurmittel (Heiltorf – „Moor“) beinhaltet.

Zusammenfassung

Hintergrund

Seit Langem kommen Heiltorfbäder bei der Behandlung muskuloskeletaler Erkrankungen zum Einsatz. Neben einer Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung führen seriell angewandte Heiltorfbäder zu einer Abnahme der entzündlichen Prozesse, welche degenerativen und entzündlich- rheumatischen Erkrankungen häufig zugrunde liegen.

Fragestellung

Wirkeffekte serieller Heiltorfbäder auf Parameter der funktionalen und funktionellen Gesundheit, auf das Schmerzempfinden sowie auf molekularer Ebene bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen (rheumatoide Arthritis [RA], ankylosierende Spondylitis [AS]) und degenerativen (Gon- und/oder Koxarthrose) Veränderungen.

Material und Methoden

Es wurden 41 Patienten mit entzündlich-rheumatischer (33 RA, 8 AS) und 40 Patienten mit degenerativer Erkrankung durch computergestützte Randomisierung 2 Untergruppen zugeordnet, wobei jeweils eine Untergruppe 9 serielle Heiltorfbäder innerhalb von 21 Tagen zusätzlich zu einer multimodalen physikalisch-rehabilitativen Komplextherapie erhielt (Interventionsgruppen [IGs]), während bei den anderen Untergruppen lediglich die multimodale physikalisch-rehabilitative Therapie durchgeführt wurde, jedoch keine Heiltorfbäder zur Anwendung kamen (Kontrollgruppen [KGs]). Als Outcomeparameter dienten Assessments der Funktionskapazität und der Schmerzempfindung (Health Assessment Questionnaire [HAQ], Funktionsfragebogen Hannover [FFbH], visuelle Schmerzanalogskala [VAS], Western Ontario and McMaster Universities Arthritis Index [WOMAC]), der Krankheitsaktivität (Disease Activity Score 28 [DAS28], Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index [BASDAI]) sowie laborchemische Marker der Entzündungsaktivität (C‑reaktives Protein [CRP], Blutsenkung [BSG], Interleukin[IL]-1β, Interleukin[IL]-10) und das Patientenurteil.

Ergebnisse

In den IGs zeigten sich nach seriellen Heiltorfbädern eine signifikante Verbesserung der Funktionsparameter (HAQ, FFbH; p jeweils <0,01) sowie eine signifikante Abnahme der Schmerzstärke (VAS, p < 0,01), anhaltend für 3 Monate nach Behandlungsende. Eine signifikante Abnahme der jeweiligen Krankheitsaktivität (RA – DAS28, AS – BASDAI) konnte sowohl für die IG als auch für die KG gezeigt werden, wobei die Effektstärke in der IG deutlicher war. Bei Patienten mit Gon- und/oder Koxarthrose ergab sich nur in der IG eine signifikante Verbesserung der Funktionseinschränkung (WOMAC; p < 0,01). Nur in den IGs zeigte sich eine signifikante Abnahme des proinflammatorischen Zytokins IL-1β (p < 0,01) bei gleichzeitigem Anstieg des antiinflammatorischen Zytokins IL-10 (p < 0,01). CRP und BSG blieben auch nach der seriellen Heiltorftherapie im Normbereich ohne signifikante Veränderungen.

Diskussion

Die im Rahmen einer physikalisch-rehabilitativen Komplextherapie eingesetzten Heiltorfbäder bewirken eine Verbesserung von Parametern der funktionalen und funktionellen Gesundheit sowohl bei entzündlich-rheumatischen als auch bei degenerativen Erkrankungen, wobei Effekte auf molekularer Ebene induziert werden, die möglicherweise mit einer osteo- und chondroprotektiven Wirkung einhergehen.

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