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01.07.2010 | Originalien | Ausgabe 7/2010

Der Ophthalmologe 7/2010

Würfel-Test – eine einfache Methode zur Visusbestimmung bei Sehbehinderung im Kleinkindalter

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 7/2010
Autoren:
Prof. Dr. K. Rohrschneider, B. Brill, Y. Bayer, P. Ahrens

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Bestimmung der Sehschärfe bei sehbehinderten Kindern oder bei Mehrfachbehinderten ist schwierig. In unserer Sehbehindertensprechstunde haben wir ein Testverfahren eingesetzt, bei dem Würfel unterschiedlicher Größe und Farbe als Objekte präsentiert werden, um daraus die Sehschärfe zu schätzen. Ziel dieser Arbeit war der Vergleich der anhand dieses Würfel-Tests bestimmten Sehschärfe mit derjenigen, die später bei entsprechender Mitarbeit mit konventioneller Sehschärfeprüfung erhoben wurde.

Methoden

88 Kinder mit unterschiedlichen nicht fortschreitenden Augenerkrankungen (Albinismus, Netzhautnarben, Frühgeborenenretinopathie, Achromatopsie, Optikusatrophie u. a.) wurden in diese Longitudinalstudie aufgenommen. Der Median der Verlaufsdauer betrug 8,7 Jahre (2,9 bis 18,9 Jahre). Die erste Untersuchung wurde im Alter von 4 bis 24 Monaten durchgeführt (Median 11 Monate). Die Sehschärfe, gemessen in einem Abstand von 30 cm, wurde für Würfel mit einer Kantenlänge von 4 mm auf 0,1 geschätzt. Die tatsächliche Sehschärfe wurde später mit bester Korrektur mittels LH-Test, Zahlen- oder Landolt-Visus gemessen und mit obigem Ergebnis verglichen.

Ergebnisse

Zum Ende des 1. Lebensjahrs konnte bei fast allen Kindern eine verwertbare Visusbestimmung mit dem Würfel-Test durchgeführt werden (Median 11 Monate, 4 bis 27 Monate), bei 12 Kindern bereits zwischen dem 4. und 10. Monat. Die Sehschärfe lag zwischen Lichtscheinwahrnehmung und 1,0, mit einem Median von 0,2. Bei 39 Patienten betrug der Visus bei der letzten Kontrolluntersuchung 0,1 oder weniger. Die Sehschärfe, die mit dem Würfel-Test bis maximal 0,125 gemessen werden kann, wurde lediglich bei 5 Kindern im Vergleich zum später bestimmten Visus um maximal 3 Visusstufen überschätzt. Im Visusbereich bis 0,1 war eine sehr hohe Übereinstimmung feststellbar. Bei keinem Kind wurde ein bestehender Anspruch auf Blindenhilfe fälschlich verneint.

Schlussfolgerung

Selbst ein so einfacher Test wie der hier beschriebene Würfel-Test erlaubt eine verwertbare Visusbestimmung bei sehbehinderten Kindern und bei Personen mit Einschränkungen, welche die Durchführung einer normalen Sehschärfebestimmung erschweren. Dieser Test berücksichtigt im Vergleich zu Preferential-looking-Verfahren nicht nur die vom Untersucher beobachtete Reaktion, sondern er setzt ein aktives Handeln des Patienten voraus. Bereits zum Ende des 1. Lebensjahrs ist so eine verlässliche Angabe zum Vorliegen einer Sehbehinderung möglich. Damit ist eine gezieltere Beratung der betroffenen Familien und eine schnellere Einleitung einer Frühfördermaßnahme möglich.

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