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15.12.2016 | Akutes Koronarsyndrom | Schwerpunkt: Thoraxschmerz | Ausgabe 1/2017

Der Internist 1/2017

Kardiologische Ursachen für Thoraxschmerz

Zeitschrift:
Der Internist > Ausgabe 1/2017
Autoren:
C. Wächter, B. Markus, Prof. Dr. B. Schieffer
Wichtige Hinweise

Redaktion

C.F. Vogelmeier, Marburg
T. Welte, Hannover

Zusammenfassung

Kardiologische Ursachen des akuten Thoraxschmerzes stellen aufgrund ihrer hohen Prävalenz in der Notaufnahme und ihres lebensbedrohlichen Charakters eine wichtige Differenzialdiagnose dar, die dringlich abgeklärt werden muss. Die Arbeitsdiagnose akutes Koronarsyndrom (ACS) nimmt hierbei eine zentrale Stellung ein. In Zusammenschau von Klinik, Anamnese, Elektrokardiogramm und kardialen Biomarkern lässt sich die Diagnose auf die drei Entitäten des ACS präzisieren: ST-Hebungs-Infarkt, Nicht-ST-Hebungs-Infarkt und instabile Angina pectoris. Die Therapie des ACS besteht in einer antiischämischen Soforttherapie, einer antithrombotischen Therapie und der invasiven Koronardiagnostik mit konsekutiver interventioneller oder operativer Revaskularisierungstherapie. Der Zeitpunkt der invasiven Koronardiagnostik wird überwiegend von der individuellen Risikokonstellation bestimmt. Eine Ausnahme besteht bei STEMI; hier muss die interventionelle Revaskularisierung innerhalb von 120 min nach Diagnose vorgenommen werden. Als zuverlässige Werkzeuge zur Risikobestimmung haben sich der GRACE-2.0- und TIMI-Risikoscore etabliert. Eine seltene, aber umso fatalere Ursache des akuten Thoraxschmerzes ist die Aortendissektion. Abrupt beginnender, reißender und scharfer Thoraxschmerz, Pulsdefizite, Hochrisikofaktoren wie hohes Alter, arterielle Hypertonie, Atherosklerose, Kollagenosen, vorausgegangene Eingriffe an Aorta oder Koronararterien lassen an diese Differenzialdiagnose denken. Die Analyse der hochsensitiven D‑Dimere und gegebenenfalls eine weiterführende Bildgebung sollten veranlasst werden. Auch inflammatorische Erkrankungen, wie Myokarditis oder Perikarditis, können mit thorakalen Schmerzen einhergehen und das Bild eines ACS mimen. Entsprechend sollten sie ebenfalls differenzialdiagnostisch bedacht werden.

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