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05.09.2017 | Anästhesiologisches Vorgehen bei Adipositas | Übersichten | Ausgabe 6/2019

Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin 6/2019

Adipositas (permagna) – Besonderheiten bei der invasiven und nichtinvasiven Beatmung

Zeitschrift:
Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin > Ausgabe 6/2019
Autoren:
Dr. M. Deppe, P. Lebiedz
Wichtige Hinweise

Redaktion

M. Buerke, Siegen

Zusammenfassung

Die Adipositas spielt eine zunehmende Rolle in der globalen Bevölkerung und ist somit auch vermehrt als Komorbidität auf der Intensivstation zu finden. Das Regime in der Beatmung adipöser Patienten muss jedoch den veränderten pathophysiologischen Bedingungen Rechnung tragen. Leider fehlen bisweilen noch größere prospektiv-randomisierte Multizenterstudien zu diesem Thema, sodass aktuelle Regime meist auf dem Erfahrungsschatz von Intensivmedizinern und einzelnen Single-center-Studien beruhen. Primär sollte versucht werden, nach Möglichkeit eine Intubation durch frühzeitige Hinzunahme einer nicht-invasiven Beatmung (NIV) zu vermeiden. Diese sollte speziell beim Obesitas-Hypoventilationssyndrom (OHS) und hyperkapnischer akuter respiratorischer Insuffizienz frühzeitig zum Einsatz kommen. Von großer Bedeutung ist von Beginn an die Oberkörperhochlagerung (>45°), die die Lungencompliance und die funktionelle Residualkapazität v. a. bei Patienten mit schwerer respiratorischer Insuffizienz verbessert. Der optimale positiv-endexspiratorische Druck (PEEP) ist bei der invasiven Beatmung wesentlich und kann mittels transpulmonaler Druckmessung oder annähernd unter Zuhilfenahme der ARDS(Acute Respiratory Distress Syndrome)-Network-Tabellen abgeschätzt werden. Die Einstellung des Tidalvolumen (Vt) sollte anhand des Idealgewichts und nicht des aktuellen Gewichts des Patienten erfolgen (Vt = 6 ml/kgKG), da sonst Lungenschäden und eine (zusätzliche) Rechtsherzbelastung drohen. Unter Umständen können vorübergehend auch Inspirationsdrücke >30 cmH2O toleriert werden. Die frühzeitige Tracheotomie mit der Möglichkeit der Beendigung bzw. Reduktion von Analgosedierung und Relaxierung wird in der Literatur kontrovers diskutiert und verbleibt aktuell eine Einzelfallentscheidung. Beim therapierefraktären Lungenversagen ist die Anwendung einer venovenösen extrakorporalen Membranoxygenierung (vv-ECMO) auch bei Patienten mit morbider Adipositas eine Therapieoption.

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