Skip to main content
main-content

10.08.2016 | Bronchialkarzinome | Übersichten | Ausgabe 6/2016

Der Pathologe 6/2016

Prädiktive PD-L1-Immunhistochemie beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom

Aktueller Stand und Erfahrungen der ersten deutschen Harmonisierungsstudie

Zeitschrift:
Der Pathologe > Ausgabe 6/2016
Autoren:
Dr. A. H. Scheel, M. Dietel, L. C. Heukamp, K. Jöhrens, T. Kirchner, S. Reu, J. Rüschoff, H. U. Schildhaus, P. Schirmacher, M. Tiemann, A. Warth, W. Weichert, R. N. Fischer, J. Wolf, R. Büttner
Wichtige Hinweise

Redaktion

H. A. Baba, Essen

Zusatzmaterial online

Zusätzliche Abbildungen 3 bis 8 zur immunhistochemischen Untersuchung von PD-L1 als prädiktiver Biomarker bei NSCLC finden Sie online als „Supplementary Material“ unter doi: 10.​1007/​s00292-016-0189-1

Zusammenfassung

Hintergrund

Antikörper gegen PD-1 oder PD-L1 können beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) starke und dauerhafte antitumorale Immunreaktionen hervorrufen. Die immunhistochemische Untersuchung von PD-L1 (PD-L1-Immunhistochemie [IHC]) wird als prädiktiver Biomarker getestet; in klinischen Studien wurden mehrere IHC-Assays und Auswertekriterien parallel eingesetzt.

Zielsetzung

Der Stellenwert der PD-L1-IHC bei NSCLC und die optimale Art der Durchführung und Auswertung sind nicht abschließend geklärt. Für einen diagnostischen Einsatz im Rahmen der Immuntherapie beim NSCLC ist es notwendig, die Modalitäten einer PD-L1-IHC zu harmonisieren und Evidenz für eine Richtlinie zu schaffen. Basierend auf Literatur und einer ersten deutschen Harmonisierungsstudie soll eine Autorenmeinung zu einer begründeten diagnostischen Herangehensweise formuliert werden.

Methoden

1. Zusammenfassung der aktuellen Datenlage. 2. Auswertung und Interpretation der Ergebnisse einer ersten deutschen PD-L1-IHC-Harmonisierungsstudie (zentrale, studienanaloge IHC-Färbung, 15 NSCLC-Fälle, 4 IHC-Studienassays [28-8, 22C3, SP142, SP263], 9 Pathologen).

Ergebnisse

Die PD-L1-IHC eignet sich beim NSCLC zur Identifizierung von Patienten mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit eines klinischen Nutzens einer Immuntherapie. Die Auswertekriterien können in einen Gesamtscore zusammengefasst werden, der reproduzierbar ausgewertet werden kann. Die Ergebnisse von 4 untersuchten Assays sind jedoch nicht deckungsgleich.

Diskussion

PD-L1-IHC zur Beurteilung der Expression in Tumorzellen ist prinzipiell ein verlässlich bestimmbarer Biomarker. Auswertealgorithmen sollten die aktuelle Studienlage berücksichtigen. Für NSCLC werden Zulassungen mit obligater PD-L1-IHC erwartet; in welchem Umfang PD-L1-IHC Eingang in die klinische Routine finden wird, bleibt abzuwarten.

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

★ PREMIUM-INHALT
e.Med Interdisziplinär

Mit e.Med Interdisziplinär erhalten Sie Zugang zu allen CME-Fortbildungen und Fachzeitschriften auf SpringerMedizin.de. Zusätzlich können Sie eine Zeitschrift Ihrer Wahl in gedruckter Form beziehen – ohne Aufpreis.

Weitere Produktempfehlungen anzeigen
Zusatzmaterial
Abb. 3 Tonsillengewebe als Positivkontrolle für PD-L1-IHC. Parafollikuläre Makrophagen im Bereich des Deckepithels zeigen eine kräftig positive Färbereaktion. In den Follikeln zeigen sich schwach positive Immunzellen. Die beiden Zellpopulationen geben Hinweise auf das Intensitätsniveau der immunhistochemischen Untersuchung.
292_2016_189_MOESM1_ESM.tif
Abb. 4 Färbemuster der Studienassays. In der Harmonisierungsstudie zeigten 4 Studienassays im Tonsillengewebe leicht unterschiedliche Färbeverhalten. Positive Immunzellen in den Follikeln sind mit den Assays 22C3 und 28-8 eben noch abgrenzbar, im SP263- und mehr noch im SP142-Assay sind die gleichen Zellen bereits in niedriger Vergrößerung leicht zu erkennen.
292_2016_189_MOESM2_ESM.tif
Abb. 5 Zytoplasmatische Färbung. Die PD-L1-IHC-Färbeintensität ist variabel und kann kräftig ausfallen. In Fällen mit kräftiger membranärer Färbung der Karzinomzellen wird z. T. eine schwache bis mäßig intensive, feingranuläre Färbung des Zytoplasmas beobachtet. Dieses Phänomen tritt bei allen 4 getesteten Assays auf. Für die aktuellen PD-L1-Auswertekriterien hat das Zytoplasma keine Bedeutung.
292_2016_189_MOESM3_ESM.tif
Abb. 6 PD-L1-positive Immunzellen. Immunzellen können unabhängig von den Tumorzellen PD-L1-positiv sein. In diesem Fall sind die Tumorzellen vollständig negativ (TC 0 %) und werden von Stroma mit vielen positiven Immunzellen (IC >10 %) umgeben.
292_2016_189_MOESM4_ESM.tif
Abb. 7 PD-L1-positive Immunzellen. PD-L1-positive Immunzellen können große Flächenanteile erreichen und dann in der Übersicht das Bild einer fokalen PD-L1-Expression in Tumorzellen imitieren. Bei den Immunzellen handelt es sich zumeist um PD-L1-positive tumorassoziierte Makrophagen, die für CD68 oder CD163 positiv reagieren.
292_2016_189_MOESM5_ESM.tif
Abb. 8 Tumornekrose. In Tumorarealen mit avitalen Zellen wird häufig eine kräftige Färbereaktion der Karzinomzellen und der assoziierten Immunzellen beobachtet (linke Spalte: Übersicht; mittlere und rechte Spalten: Detailvergrößerungen). Dies tritt bei allen 4 getesteten Assays auf. Gemäß aktuellen Auswerteempfehlungen sollen jedoch nur vitale Zellen beurteilt werden; nekrotische Areale sollen nicht in die Auswertung einbezogen werden.
292_2016_189_MOESM6_ESM.tif
Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 6/2016

Der Pathologe 6/2016 Zur Ausgabe

Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Pathologie/Österreichischen Abteilung der IAP (ÖGPath/IAP Austria)

Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Pathologie/Österreichischen Abteilung der IAP (ÖGPath/IAP Austria)

Schwerpunkt: Uteruspathologie

Zervixkarzinom

Schwerpunkt: Uteruspathologie

Endometritis

  1. Ich möchte die nächsten 3 Hefte kostenlos testen.

    Wenn mir die Zeitschrift gefällt, beziehe ich nach Erhalt der Probeausgaben Der Pathologe 6x pro Jahr für insgesamt 432 € im Inland (Abonnementpreis 403 € plus Versandkosten 29 €) bzw. 450 € im Ausland (Abonnementpreis 403 € plus Versandkosten 47 €).
    Dies entspricht einem Gesamtmonatspreis von 36 € im Inland bzw. 37,50 € im Ausland.

    Sollte ich von dieser Zeitschrift nicht überzeugt sein, informiere ich den Leserservice bis spätestens 14 Tage nach Erhalt des 3. Probeheftes.

    Alle genannten Preise verstehen sich inkl. dt. gesetzl. MwSt. In EU-Ländern gilt die jeweilige gesetzliche Mehrwertsteuer. Dadurch kann es ggf. zu Preisabweichungen bei Bestellungen aus dem Ausland kommen.

    Die Abrechnung erfolgt einmal jährlich zu Beginn des Bezugszeitraumes per Rechnung.

    Die Mindestlaufzeit dieses Abonnements beträgt ein Jahr. Das Abonnement verlängert sich automatisch jährlich um jeweils ein weiteres Jahr, wenn es nicht bis spätestens 30 Tage vor Ablauf der Vertragslaufzeit gekündigt wird. Die Kündigung muss in Textform an den Leserservice erfolgen. Es gilt das gesetzliche Mängelhaftungsrecht.

    Leserservice
    Springer Nature Customer Service Center
    Tiergartenstr. 15
    69121 Heidelberg
    Tel. 06221 345-4303/Fax: 06221 345-4229
    E-Mail: leserservice@springernature.com


    ​​​​​​​

  2. Das kostenlose Testabonnement läuft nach 14 Tagen automatisch und formlos aus. Dieses Abonnement kann nur einmal getestet werden.

Passend zum Thema

ANZEIGE

Ein Therapiealgorithmus für die klinische Praxis

Krebspatienten haben ein bis zu 7-fach erhöhtes Risiko eine venöse Thromboembolie zu erleiden. Zur Therapie und Prophylaxe stehen mehrere Optionen zur Verfügung. Der Onkologe und Hämatologe Prof. Dr. Florian Langer aus Hamburg hat mit Kollegen einen Therapiealgorithmus zum Management tumorassoziierter Thromboembolien entwickelt.

Therapie von tumorassoziierten Thromboembolien

Die antikoagulatorische Behandlung von Patienten mit tumorassoziierten venösen Thromboembolien ist komplex, weil diese Patienten sowohl ein deutlich erhöhtes Thromboembolie- als auch ein großes Blutungsrisiko haben. Variiert werden diese Risiken durch die jeweilige Tumorentität, das Erkrankungsstadium, aber auch die individuelle Krebsbehandlung und andere Therapien.

LEO Pharma GmbH
ANZEIGE

Management von Thromboembolien bei Krebspatienten

Die Thromboembolie ist neben Infektionen die zweithäufigste Todesursache bei Krebspatienten. Die Behandlung der CAT (cancer associated thrombosis) ist komplex und orientiert sich am individuellen Patienten. Angesichts einer Vielzahl zur Verfügung stehender medikamentöser Behandlungsoptionen finden Sie hier Video-Experteninterviews, Sonderpublikationen und aktuelle Behandlungsalgorithmen zur Therapieentscheidung auf Basis von Expertenempfehlungen.

Passend zum Thema

ANZEIGE

EGFRm+ NSCLC: Leitliniengerecht behandeln

Sowohl klinische als auch Registerdaten zur Erstlinientherapie des EGFRm+ NSCLC zeigen hohe Patientenverluste von der Erst- zur Zweitlinie. Deshalb sollte die effektivste Therapie initial eingesetzt werden. Als Folgetherapien stehen neue aber auch etablierte Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

ANZEIGE

„Wir haben einen neuen Standard, der überzeugt“

Dank moderner zielgerichteter Therapieansätze hat sich die Prognose von Patienten mit EGFRm NSCLC in den letzten Jahren deutlich verbessert. Dies zeigen auch aktuelle OS-Daten vom ESMO-Kongress. Über deren Bedeutung für die Behandlung dieser Patienten sprachen wir mit Prof. Wehler, Homburg.

ANZEIGE

NSCLC: Neue TKI-Generation verbessert Prognose von EGFRm+ Patienten

Ein Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) kann neue Perspektiven für die Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen oder metastasierten EGFRm+ NSCLC eröffnen. Mehr zur Wirksamkeit sowie Experten-Meinungen zum Potenzial eines TKI finden Sie hier auf dem Content Hub von AstraZeneca.

Bildnachweise