Skip to main content
main-content

22.05.2020 | COVID-19 | Nachrichten

Coronavirus

So schädigt SARS-CoV-2 die Lunge

Autor:
Anne Bäurle

Die Schäden, die SARS-CoV-2 in der Lunge auslöst, unterscheiden sich deutlich von den Folgen einer Influenza-Infektion. Das haben Ärzte bei Autopsien von COVID-19-Patienten festgestellt.

Das Lungengewebe von COVID-19-Patienten weist charakteristische Veränderungen auf, darunter auch eine bestimmte Form der Neoangionese (intussuszeptive Angiogenese), die so eigentlich nur von Tumorerkrankungen oder Vernarbungsprozessen bekannt ist.

Intussuszeptive Angiogenese

Damit unterscheiden sich die Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion deutlich von denen einer Influenzavirus-Infektion, wie ein internationales Forscherteam unter Leitung von Professor Danny Jonigk von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) berichtet (N Engl J Med 2020; online 21. Mai). Die Wissenschaftler hatten das Lungengewebe von sieben gestorbenen COVID-19-Patienten mit dem Lungengewebe von Influenza-Toten verglichen.

„Die intussuszeptive Neoangiogenese ist bisher im Rahmen des diffusen Alveolarschadens noch nicht beschrieben worden und unterscheidet COVID-19 grundlegend von vergleichbar schweren Lungeninfektionen durch Influenzaviren“, wird Professor Jonigk in einer Mitteilung der MHH aus Anlass der Publikation zitiert.

Massive Zahl von Mikrothromben

Zudem entdeckten die Wissenschaftler eine massive Zahl von Mikrothromben in den Kapillaren, und das deutlich häufiger als bei den Patienten, die in Folge einer ähnlich schweren Influenza-Infektion gestorben waren. Spezifisch für SARS-CoV-2 sei auch die ausgeprägte Schädigung des Endothels, die mittlerweile bereits mehrfach beschrieben worden ist, aktuell auch von Wissenschaftlern der Universität Augsburg (JAMA Network 2020; online 21. Mai).

In der systemischen Gefäßschädigung, die vergleichbar mit einer Abstoßungsreaktion nach einer Organtransplantation ist, liegt vermutlich auch die Ursache anderer Symptome, die mit COVID-19 in Verbindung gebracht werden, etwa Läsionen an den Zehen oder dem Kawasaki-ähnlichen Syndrom bei Kindern.

Quelle: Ärzte Zeitung

Weiterführende Themen

Webinare und Artikel zur Corona-Krise

Die aktuelle Entwicklung zu SARS-CoV-2 (2019-nCoV) und der Lungenkrankheit COVID-19 im Überblick. » zum Dossier

Passend zum Thema

ANZEIGE

Akutes Atemnotsyndrom (ARDS) – Herausforderung bei Diagnose und Behandlung

Trotz der Fortschritte in Diagnose und Behandlung wird ARDS weltweit noch immer zu selten erkannt und ist mit einer hohen Sterblichkeitsrate verbunden. Die Diagnose hängt allein von klinischen Kriterien ab, was die Behandlung von ARDS zu einer großen Herausforderung macht. 

ANZEIGE

Aktuelle Behandlungsstrategien für Patienten mit ARDS

„Therapie der Ursache und dafür sorgen, dass sich die Lunge erholen kann“ ist die Maxime bei der Behandlung von ARDS-Patienten, so Prof. Dr. Lepper vom Universitätsklinikum des Saarlandes im Interview. Aber nur für wenige Therapien ist der Vorteil für den Patienten nachgewiesen.

ANZEIGE

Wie unterstützte Beatmungsmodi (NAVA) Patienten mit leichtem bis schwerem ARDS helfen

Bei akutem Lungenversagen (ARDS) kann das Beatmungsverfahren NAVA durch eine nahezu perfekte Synchronisation zwischen Patient und Beatmungsgerät das Outcome verbessern.

Passend zum Thema

ANZEIGE

COPD und nicht-invasive Behandlungsmethoden

Nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden wie die nicht-invasive Beatmung (NIV) können die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität von COPD-Patienten erheblich verbessern und das Sterberisiko senken. Die NIV-Therapie zur Behandlung von fortgeschrittener COPD hat Eingang in die neuen S2k-Leitlinien zur COPD-Therapie gefunden.

ANZEIGE

Nicht-invasive Beatmung toppt alleinige Sauerstofftherapie

Die in Großbritannien durchgeführte HOT-HMV-Studie ist die erste multizentrische, kontrolliert-randomisierte Studie, die aufzeigt, dass eine häusliche, nicht-invasive Beatmung in Kombination mit Langzeit-Sauerstofftherapie bei Patienten mit schwerer COPD das Risiko einer Rehospitalisierung oder Mortalität signifikant reduziert.

ANZEIGE

„Man hat eine Therapie an der Hand, die jetzt wissenschaftlich nachgewiesen Leben retten kann“

Professor Carl-Peter Criée von der Deutschen Atemwegsliga zur Studie nach Köhnlein et al. über die Behandlung von Patienten mit COPD im fortgeschrittenen Stadium mit nicht-invasiver Beatmung.

Passend zum Thema

ANZEIGE

Real-Life-Studie: Daten aus der „echten“ Welt

Welche medikamentöse Therapie eignet sich besonders zur Verbesserung der Asthmakontrolle? Die Salford Lung Study mit über 4.000 Asthma-Patienten untersuchte genau diese Fragestellung.

ANZEIGE

Nutzung von ICS bei Asthma während der COVID-19-Pandemie

Nach Empfehlung deutscher Fachgesellschaften sollten Asthmapatienten ihre Therapie, inklusive der Nutzung von inhalativen Kortikosteroiden (ICS), während der COVID-19-Pandemie unbedingt fortsetzen.

ANZEIGE

Therapieziel: Bestmögliche Asthmakontrolle

Hier finden Sie praxisrelevante Informationen und Services rund um die moderne medikamentöse Asthmatherapie mit einem Fokus auf Asthmakontrolle, Real-Life-Data und Lebensqualität. 

Bildnachweise