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01.03.2012 | Leitthema | Ausgabe 3/2012

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 3/2012

Das deutschsprachige Anaphylaxie-Register

Aktueller Stand und Perspektiven

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 3/2012
Autoren:
Prof. Dr. M. Worm, S. Hompes

Zusammenfassung

Das Anaphylaxie-Register mit aktuell 85 beteiligten Zentren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erfasst mittels eines Onlinefragebogens Daten von Patienten mit schweren allergischen Reaktionen. Die Daten werden von Allergologen aus verschiedenen Fachgebieten eingegeben. Es werden demografische Informationen, die Auslöser, Begleiterkrankungen und Begleitumstände bei anaphylaktischen Reaktionen sowie Angaben zur Versorgung der Patienten erfasst. Die Auslöser schwerer allergischer Reaktionen unterscheiden sich je nach Alter: Im Kindesalter sind Nahrungsmittel die häufigsten Auslöser, während im Erwachsenenalter Stiche durch Bienen oder Wespen am häufigsten zur Anaphylaxie führen. Als Begleiterkrankungen kommen bei Kindern häufig allergische Erkrankungen wie allergisches Asthma, allergische Rhinitis oder atopisches Ekzem vor, bei Erwachsenen dominieren hingegen kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Daten zur Versorgungssituation zeigen, dass im deutschsprachigen Raum sehr häufig Antihistaminika und Kortikosteroide zur Behandlung schwerer allergischer Reaktionen verwendet werden, während das Medikament der Wahl, Adrenalin, eher selten zum Einsatz kommt (< 20%). Das Register ist ein wichtiges klinisch epidemiologisches Erhebungsinstrument und erlaubt es, aktuelle Forschungs- und Versorgungsfragen zu generieren.

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