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04.09.2015 | Originalien | Ausgabe 5/2016

Der Nervenarzt 5/2016

Emotionsregulation und Lebensqualität bei Amphetamin- und Kokainkonsum

Ergebnisse einer Online-Studie

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 5/2016
Autoren:
S. Lehmberg, Prof. Dr. M. Soyka

Zusammenfassung

Hintergrund

In einer Online-Studie wurden mögliche Unterschiede zwischen drei Typen von Konsumenten (NichtkonsumentInnen, Freizeit-User, Gruppe mit riskantem Konsum) psychotroper Substanzen hinsichtlich der Emotionsregulation, der gesundheitsbezogenen Lebensqualität sowie der Copingstrategien untersucht.

Methodik

Insgesamt nahmen 199 Personen teil. Die Stichprobe konnte mithilfe einer Substanzliste und eines detaillierten Fragenkatalogs (Konsumverhalten) in drei Gruppen geteilt werden: NichtkonsumentInnen (n = 28), Freizeit-User (n = 127), riskante KonsumentInnen (n = 44). Eingesetzt wurde unter anderem das Emotionsregulationsinventar, das Coping Inventory for Stressful Situations und der MOS Short-Form 36 Health.

Ergebnisse

In der Emotionsregulation (ER) konnte in der Skala Umbewertung ein signifikanter Unterschied beobachtet werden; hierbei zeigte die Gruppe mit riskantem Konsum höhere Ausprägungen als die Gruppe der Freizeit-User. Des Weiteren unterschieden sich die Konsumgruppen nicht signifikant in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität („health related quality of life“, HRQOL). Es gab einen signifikanten Unterschied zwischen Personen mit guter und schlechter körperlicher bzw. mentaler HRQOL hinsichtlich ihrer Zufriedenheit mit der eigenen Emotionsregulation. Die Prädiktorensuche ergab, dass das Geschlecht, die Einwohnerzahl des Wohnorts und die ER-Strategie Umbewertung bei negativen Emotionen einen signifikanten Vorhersagewert für die Gruppenzugehörigkeit haben. Demnach konnte Substanzkonsum weder als ER-Strategie noch im Zusammenhang mit Copingstrategie oder gesundheitsbezogener Lebensqualität beobachtet werden.

Diskussion

Hinsichtlich der ER zeigte sich ein signifikantes Ergebnis. Hier verwendeten die Personen mit riskantem Konsumverhalten öfter die vermeintlich „gesunde“ Strategie der Umbewertung als die Freizeit-User. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass diese Strategie im Zusammenhang mit Drogenkonsum eine realitätsverschönernde bzw. verharmlosende Funktion besitzt. Demnach konnte der postulierte Zusammenhang zwischen affektiver Dysfunktion und Drogenabhängigkeit nicht beobachtet werden.

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