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08.09.2016 | Originalien | Ausgabe 5/2016

Psychotherapeut 5/2016

Familienskulptur mit FSPlay

Von Kindern wahrgenommene Familienbeziehungen

Zeitschrift:
Psychotherapeut > Ausgabe 5/2016
Autoren:
Svenja Chehade, Prof. Dr. Kirsten von Sydow
Wichtige Hinweise

Redaktion

M. Cierpka, Heidelberg
B. Strauß, Jena

Zusammenfassung

Hintergrund

Psychische Störungen von Kindern stehen in Wechselwirkung mit dem familiären Umfeld. Insofern ist wichtig, wie die Familienbeziehungen von den Beteiligten wahrgenommen werden. Da Kinder sprachlich und im Hinblick auf ihre Lese-/Schreibfähigkeiten noch eingeschränkt sind, bietet gerade die Diagnostik mithilfe von Spielfiguren besondere Möglichkeiten. Das neu entwickelte diagnostische Verfahren „Familienskulptur mit Playmobilfiguren (FSPlay)“ eröffnet neue Möglichkeiten der Diagnostik der aus kindlicher Sicht erlebten Familienbeziehungen.

Ziel der Arbeit

In der vorliegenden Studie wurde überprüft, ob es Kindern, die wegen psychischer Probleme einer Fachambulanz vorgestellt wurden, gelingt, ihre familiären Beziehungen und diesbezügliche Veränderungswünsche im Familiensystem darzustellen.

Material und Methode

Hierzu wurde das neu entwickelte diagnostische Verfahren „Familienskulptur mit Playmobilfiguren (FSPlay)“ eingesetzt, das sich an der Familiensystemtheorie, der Bindungstheorie, der systemischen Therapie und etablierten Figurenplatzierungsverfahren (Family System Test [FAST]; Kvebaek Family System Test [KFST]) orientiert. Im Rahmen einer Querschnittsstudie gestalteten 30 Kinder eine Skulptur zu ihrer aktuellen Familie und den von ihnen gewünschten Änderungen im Familiensystem. Die Skulpturen wurden fotografiert und mithilfe eines adaptierten Kategoriensystems codiert (Figurenkategorien: Spontaneität der Platzierung; Erhöhung von Figuren, Position auf dem Spielbrett, inhaltsanalytisch: Art der gewünschten Änderungen). Daten zur Befindlichkeit sowie zur Einschätzung der Beziehungen zu Mutter und Vater wurden ebenfalls mithilfe des „Fragebogenheft für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahre vor der Beratung“ von Wiegand-Grefe erhoben.

Ergebnisse

Bei allen teilnehmenden Kindern konnten die FSPlay-Daten problemlos erfasst werden. Die Kinder konnten sich sehr schnell und gut auf die ihnen bekannten Spielfiguren einlassen. Sie konnten differenziert Konflikte mit und Sorgen um einzelne Personen in den Aufstellungen darstellen. Es werden deskriptive Daten, erste Befunde zur „Cross-method“-Reliabilität sowie zwei Einzelfalldarstellungen beschrieben. Die Kinder stellten ihre Situation in den Fragebogen-Daten positiver als in den FSPlay-Daten dar. Dies könnte bedeuten, dass die FSPlay-Befunde weniger stark durch soziale Erwünschtheit beeinflusst sind.

Schlussfolgerungen

Das FSPlay lässt sich sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Settings (Diagnostik; Einzel-, Paar- und Familientherapie) unkompliziert nutzen. Es eröffnet neue Möglichkeiten der Diagnostik der aus kindlicher Sicht erlebten Familienbeziehungen.

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