Zum Inhalt
Der Nervenarzt

Gemeindenahe psychiatrische Akutbehandlung in Gastfamilien

Kostengünstige Alternative zum Klinikaufenthalt bei hoher Patientenzufriedenheit

  • 01.07.2009
  • Originalien
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

In Zürich können psychisch erkrankte Menschen während maximal 4 Wochen bei einer Gastfamilie leben und dort ambulant behandelt werden. Mit dieser Begleitevaluation sollte geklärt werden, ob der Kostenvorteil des Züricher Gastfamilienangebotes im Vergleich zur Klinikbehandlung zu Lasten der Patientenzufriedenheit geht.

Stichprobe und Methodik

Vom 01.01.2005 bis 30.06.2007 wurden 33 Patienten in Züricher Gastfamilien vermittelt. Die Patienten waren zu 85% deutlich bis schwer krank. Für die begleitende Evaluation wurden Daten in standardisierter Form erhoben und mit Daten stationär behandelter Patienten verglichen.

Ergebnisse

Die Auswertung zeigte, dass (1) sich das Gastfamilienangebot in der Routine bewährt, (2) der Kostenvorteil nicht zu Lasten der Patientenzufriedenheit geht, (3) psychisch schwer kranke Patienten von dieser Form der Krisenintervention profitieren, (4) sich Klinikeinweisungen durch Gastfamilienaufenthalte vermeiden lassen.

Schlussfolgerungen

Das Gastfamilienangebot ermöglicht eine kostengünstige Akutbehandlung. Unsere Ergebnisse sprechen insbesondere dafür, dass diese Form der Krisenintervention in die psychiatrische Grundversorgung aufgenommen wird.
Titel
Gemeindenahe psychiatrische Akutbehandlung in Gastfamilien
Kostengünstige Alternative zum Klinikaufenthalt bei hoher Patientenzufriedenheit
Verfasst von
Dr. K. Lötscher
H.H. Stassen
D. Hell
R. Bridler
Publikationsdatum
01.07.2009
Verlag
Springer-Verlag
Erschienen in
Der Nervenarzt / Ausgabe 7/2009
Print ISSN: 0028-2804
Elektronische ISSN: 1433-0407
DOI
https://doi.org/10.1007/s00115-009-2728-y
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu in den Fachgebieten Neurologie und Psychiatrie

Rezidiviertes Grad-3-Astrozytom: Kann ein Antiparasitenmittel die Prognose verbessern?

Daten der Phase-III-Studie STELLAR sprechen für eine klinisch relevante Aktivität der Therapiekombination aus Eflornithin und Lomustin bei Personen mit rezidivierten Grad-3-Astrozytomen. Besonderheiten im Studiendesgin machen die Interpretation indes nicht ganz leicht.

Mit KI gegen Mukositis und Polyneuropathie

KI-Analysen von elektronischen Patientenakten können helfen, vielversprechende Signale für potenzielle Wirkstoffe gegen Chemotherapienebenwirkungen zu erhärten. Dafür sprechen zumindest Ergebnisse einer Studie aus Japan.

GHB als Partydroge im Aufwind

Billig und stimulierend, solange man nicht zu viel davon nimmt: Gamma-Hydroxy-Buttersäure (GHB) hat sich einen schlechten Ruf als K.o.-Tropfen erworben. Verwendet wird die Substanz jedoch meist als Partydroge. In der Szene hat sie schon gut ein Drittel probiert.

Mephedron und „Monkey Dust“ erobern das Nachtleben

Seit der Pandemie machen sich zunehmend synthetische Cathinone in der Partyszene breit. Die Amphetamine werden geraucht oder geschnupft, beim Feiern oder zum Sex konsumiert und sorgen in Kliniken für immer mehr drogeninduzierte Psychosen.

Bildnachweise
MRT: Pilozytisches Astrozytom bei 10-jährigem Mädchen/© Springer Medizin, Box mit Tabletten/© ekachai050050 / stock.adobe.com (Symbolbild), Rauchende Teenies trinken Alkohol/© Joshua Resnick / Fotolia (Symbolbild mit Fotomodellen), Techno Club/© master1305 / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)