Zum Inhalt
Gefässchirurgie

Hochauflösende Respirometrie zur Beurteilung der Mitochondrienfunktion bei PAVK

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) kommt es zu einer ischämiebedingten Myopathie mit Veränderung der Mitochondrienfunktion. Mit hochauflösender Respirometrie (HRR) kann die Mitochondrienfunktion untersucht werden.

Fragestellung

Überblick über In-vivo- und In-vitro-Untersuchungsmethoden der Mitochondrienfunktion. Ausführliche Beschreibung der Methodik der HRR. Darstellung der mitochondrialen Veränderungen bei PAVK.

Material und Methode

Für die HRR wird eine Muskelbiopsie von PAVK-Patienten mit Indikation zur invasiven Behandlung oder von gesunden Probanden entnommen. Der Mitochondriengehalt im M. gastrocnemius und im M. vastus lateralis wird durch die Citrat-Synthase-Aktivität bestimmt. Die HRR zeigt die Aktivität der mitochondrialen Atmungskette durch Messung der Abnahme der Sauerstoffkonzentration in der Reaktionskammer. Durch Zugabe von Inhibitoren oder Substraten können die einzelnen Komplexe der Atmungskette untersucht werden.

Ergebnisse

Bei Patienten mit PAVK im Stadium IIb nach Fontaine kommt es im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe zu einem verminderten Mitochondriengehalt im Versorgungsgebiet der kompromittierten Arterie bei gleichzeitig erhöhter Aktivität. Diese Veränderungen sind durch Revaskularisation reversibel.

Schlussfolgerungen

HRR erlaubt die differenzierte, quantitative Untersuchung der mitochondrialen Atmungskette. Bei PAVK kommt es zu pathologischen Veränderungen der Mitochondrienfunktion, die in vitro trotz Überangebot von Sauerstoff und Substraten bestehen und die durch eine erfolgreiche Revaskularisation reversibel sind. Die HRR kann zur Aufklärung der Pathophysiologie der PAVK beitragen.
Titel
Hochauflösende Respirometrie zur Beurteilung der Mitochondrienfunktion bei PAVK
Verfasst von
Dr. J. P. Frese
A. Gratl
B. Raude
F. Speichinger
D. Pesta
A. Greiner
Publikationsdatum
05.06.2020
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Gefässchirurgie / Ausgabe 4/2020
Print ISSN: 0948-7034
Elektronische ISSN: 1434-3932
DOI
https://doi.org/10.1007/s00772-020-00652-1
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu im Fachgebiet Chirurgie

Was wächst diesmal Unterkiefer?

Eine 31-jährige, ansonsten gesunde Frau stellte sich in der Kopf- und Halschirurgie mit einer progredient zunehmenden Raumforderung im linken Unterkieferbereich vor. In der Vorgeschichte war ein pleomorphes Adenom reseziert worden. Worum könnte es sich dieses Mal handeln?

Positiver Schnittrand bei Prostatektomie: Ausdehnung ist prognoserelevant

Ob der Nachweis von positiven Schnitträndern nach radikaler Prostatektomie mittelfristig mit einem erhöhten Risiko für biochemische Rezidive und für Metastasen einhergeht, hängt auch von der Ausdehnung des Randbefalls ab.

Liposuktion therapiert das Lipödem am effektivsten

Für die Therapie von Patientinnen – betroffen sind fast ausschließlich Frauen – mit Lipödem existiert eine Reihe von Optionen, mit einem eindeutigen Favoriten in puncto Effektivität. Ein großes Problem ist jedoch die korrekte Diagnose.

Wie Chirurgen durch Missgeschicke zu zweiten Opfern werden

Wenn sich in der Medizin verhängnisvolle Komplikationen oder Fehler ereignen, gibt es neben den betroffenen Patienten oft ein zweites Opfer: die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte. Eine dafür besonders anfällige Disziplin ist die Chirurgie.

Update Chirurgie

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Tonsillektomie Operation/© ShvedKristina - stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Arzt stützt sich nachdenklich ab/© Wavebreakmedia / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)