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01.10.2013 | Editorial | Ausgabe 10/2013

Der Nervenarzt 10/2013

Notwendige Anglizismen in der Klinik?

Das Beispiel vestibuläre und okulomotorische Syndrome

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 10/2013
Autoren:
PD Dr. D. Huppert, T. Brandt
Auffällig ist, dass in die deutsche Sprache zunehmend englische Begriffe einfließen, was mittlerweile wiederum zu einer neuen Wortschöpfung für diesen Sprachstil geführt hat – das „Denglisch“, eine Etikettierung, in der auch Unbehagen über diese Entwicklung zum Ausdruck kommt. Ob alle, die Denglisch sprechen und lesen, es auch verstehen, bleibe dahingestellt. Eine der zentralen Aufgaben von Sprache, eine präzise Bezeichnung für einen Sachverhalt bzw. eine solche Zuordnung zu liefern, erfüllt sie in dieser Form nur bedingt. Die Anglisierung der deutschen Sprache ist in der medizinischen Terminologie in allen Fachgebieten ebenfalls zu beobachten, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie z. B. in der Werbebranche oder auch im öffentlichen Raum. In der Medizin wäre eine Rückbesinnung auf gleichwertige deutsche Termini nicht nur für Krankheitsbeschreibungen, sondern auch für viele wissenschaftliche Fragestellungen, beispielsweise im Rahmen von Studienpublikationen sinnvoll. Warum Krankheitsausgang „outcome“, Studienabbrecher „drop-out“, Ansprechen auf ein Medikament „response“, Ausgangswert „baseline“ genannt werden müssen, ist unerklärlich. Und müssen wir bei einer deutschsprachigen Fortbildungsveranstaltung unbedingt eine „take-home-message“ mitbekommen? ...

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