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11.10.2018 | Skabies | Originalien | Ausgabe 1/2019 Open Access

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie 1/2019

Berufsbedingte Infektionskrankheiten bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst 2017

Routinedaten der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

Zeitschrift:
Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie > Ausgabe 1/2019
Autoren:
Dr. M. Dulon, D. Wendeler, A. Nienhaus
Wichtige Hinweise
Zu diesem Beitrag ist ein Erratum online unter https://​doi.​org/​10.​1007/​s40664-018-0321-6 verfügbar.

Zusammenfassung

Einführung

Für Beschäftigte im Gesundheitsdienst besteht bei der Betreuung von infektiösen Patienten ein erhöhtes Infektionsrisiko. Zur Abschätzung der Häufigkeit von berufsbedingten Infektionen (BK-Nr. 3101) eignen sich die Routinedaten der Gesetzlichen Unfallversicherung.

Methoden

Als Datenquelle wird der Routinedatensatz der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege verwendet (BGW). Die Auswertung bezieht sich auf angezeigte und auf als Berufskrankheit (BK) anerkannte Fälle mit einer BK-3101. Es werden absolute und relative Häufigkeiten berichtet. Das Erkrankungsrisiko wird als Häufigkeit je 100.000 Vollbeschäftigte (VB) für ausgewählte Tätigkeitsbereiche beschrieben.

Ergebnisse

Im Berichtsjahr 2017 gingen bei der BGW 977 Verdachtsanzeigen auf eine BK-3101 ein. In 512 Fällen wurde die Infektionskrankheit als BK anerkannt. In 22 Fällen wurde eine Neue BK-Rente bewilligt. Das Risiko für eine beruflich bedingte Infektionskrankheit lag bei 10 Erkrankungen je 100.000 VB. Das Erkrankungsrisiko variierte stark nach Tätigkeitsbereich zwischen 9 Fällen je 100.000 VB in der ambulanten Pflege und 32 Fällen in Krankenhäusern. Wesentliche Anteile am BK-Geschehen hatten latente Tuberkuloseinfektionen und Skabies. Blutübertragbare Hepatitis-Infektionen stellen nur noch sporadische Ereignisse dar.

Diskussion

Bei den als BK anerkannten Infektionskrankheiten stehen latente und aktive Tuberkuloseinfektionen sowie Hepatitis C im Vordergrund. Die Skabies betrifft insbesondere die Altenpflege. Die durch Blut übertragbaren Hepatitiden sind zwar im Vergleich zu früher deutlich seltener, gehen aber mit zum Teil schweren Krankheitsverläufen einher, sodass dem Risiko einer beruflich bedingten Infektion weiterhin Aufmerksamkeit gewidmet werden muss.

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