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01.06.2010 | Leitthema | Ausgabe 3/2010

Rechtsmedizin 3/2010

Verhungern und Verdursten

Extremformen von tödlicher Vernachlässigung im Kindesalter

Zeitschrift:
Rechtsmedizin > Ausgabe 3/2010
Autoren:
Prof. Dr. M. Riße, J. Rummel, M. Tsokos, R. Dettmeyer, A. Büttner, H. Lehmann, K. Püschel

Zusammenfassung

Anhand von 3 Fallberichten werden Verhungern und Verdursten als Extremformen von tödlicher Kindesmisshandlung durch Vernachlässigung dargestellt. Bei 2 Fällen lag im Hinblick auf die Todesursache kein eigentliches Verhungern und Verdursten vor. Als quasi überholendes Ereignis war es in einem Fall zu einer massiven Speisebreiaspiration, in einem anderen Fall zu einem massiven Hirnödem, jeweils durch präfinale Nahrungs- bzw. Flüssigkeitsaufnahme, gekommen. In allen 3 Fällen erfolgte eine Verurteilung wegen Mordes durch Unterlassen in Tateinheit mit Misshandlung von Schutzbefohlenen. Als juristische Seltenheit wurde in einem Fall eine Strafrahmenverschiebung mit Verhängung einer lediglich begrenzten Freiheitsstrafe vorgenommen.

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