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03.05.2019 | Leitthema | Ausgabe 9/2019

Der Ophthalmologe 9/2019

Augenheilkunde 2019 – Wo stehen wir?

Eine Betrachtung der Versorgungssituation in Deutschland

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 9/2019
Autoren:
Prof. Dr. Alexander K. Schuster, Christian Wolfram, Norbert Pfeiffer, Robert P. Finger
Wichtige Hinweise
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser Fachpublikation in der Regel das generische Maskulinum als geschlechtsneutrale Form verwendet.

Zusammenfassung

Die bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit medizinischen Leistungen stellt eine Herausforderung für die Augenheilkunde dar, nicht zuletzt da Augenerkrankungen mit dem Alter häufiger werden. Besonders oft treten die altersabhängige Makuladegeneration, das Glaukom, die diabetische Retinopathie und die Katarakt auf. Bislang gab es nur wenige aktuelle bevölkerungsbasierte Daten für Deutschland, um dies zu untermauern. Mit mehreren aktuellen bevölkerungsbasierten Kohortenstudien in Deutschland wie der Gutenberg-Gesundheitsstudie, der Nationalen Kohorte und der Rheinlandstudie ändert sich dies jedoch zurzeit. Erste Daten aus der Gutenberg-Gesundheitsstudie zeigen, dass die erwartete Steigerung der Prävalenz von Augenerkrankungen mit steigendem Alter eingetreten und die Entwicklung mit internationalen Daten aus Industriestaaten vergleichbar ist. In den letzten 15 Jahren nahmen altersbedingte Augenerkrankungen um 15–34 % durch den demografischen Wandel zu. Die Zahl der Augenärzte stieg in dieser Zeit um 19 %. Da jedoch ein immer größer werdender Teil nicht Vollzeit arbeitet, stieg die augenärztliche Versorgungszeit lediglich um 1 %. Insbesondere im niedergelassenen angestellten Arbeitsverhältnis sind heute mehr Augenärzte tätig als vor 15 Jahren, größtenteils in Teilzeitanstellung, während die Zahl der selbstständigen Augenärzte abgenommen hat. Für die zukünftige augenärztliche Versorgungsplanung ist es wichtig, nicht nur die altersbedingte Zunahme der Erkrankten zu berücksichtigen, sondern auch die Veränderung der Versorgungskapazitäten, die sich nicht nur über die absolute Anzahl an tätigen Augenärzten herleiten lässt, zu betrachten.

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